Warum FBC Gemeinden

Teil 1: Warum FBC-Gemeinden?

 

I. Einleitendes

 
1. FBC-Gemeinden sind nicht Terrorgruppen
Was hat Christen in der Vergangenheit veranlasst, sich im Geheimen und nicht in der Öffentlichkeit zu versammeln? Eine oberflächige Antwort wäre: Weil sie sonst verhaftet worden wären. Aber so eine Antwort würde auch für Terrorgruppen gelten.

Wo liegt also der Unterschied zu solchen Christen?
Der häufigste Ausgangspunkt war stets der, dass der Staat (oder – im Mittelalter z.B. – die katholische Kirche) etwas von den Christen forderte, was sie mit der Bibel und dem darin geoffenbarten Willen Gottes nicht in Einklang bringen konnten.

Pastor Wilhelm Busch hat dies einmal in einem Vortrag auf den Punkt gebracht:
 
Und da, schon im ersten Jahr, als wir mit der Staatspolizei noch gar nichts zu tun hatten, gab es schon gefährliche Reibungen zwischen meiner Arbeit und der Partei. Trotzdem eigentlich – also, wir waren noch erlaubt, wissen Sie; es gab keinen Grund für Reibungen, aber sie waren da. Woran entstanden sie? Sie entstanden an der Grundfrage der damaligen Zeit. Nun passen Sie gut auf: Wer hat eigentlich über unser Gewissen zu verfügen?
Die jungen Burschen, die in mein Weigle-Haus kamen, in das Jugendhaus, die waren gelehrt, dass unser Gewissen gebunden werden muss ans Wort Gottes. Luther sagte auf dem Reichstag zu Worms: »Mein Gewissen ist gefangen in Gottes Wort.«
Das heißt, wir wissen alle: es gibt Gut und Böse. - Aber wer bestimmt denn, was gut und was böse ist? Nach welchem Herrn richten Sie sich denn?
Wer verfügt denn über Ihr Gewissen?! - Die öffentliche Meinung? - Oder Ihre Arbeitskollegen? Etwa, in sexuellen Fragen, ja? - Oder im Umgang mit Geld, oder mit der Wahrheit, mit Lüge. - Wer hat Ihnen da zu sagen, was gut und was böse ist?
Luther sagt: »Mein Gewissen ist gefangen in Gottes Wort.« - Meine jungen Kerls haben gelernt: Der Herr Jesus muss über mein Gewissen verfügen! - Und nun kam der Staat mit der Partei, der Nazi-Partei, und sagte: »Wir sagen, was gut und was böse ist.«

Warum sind wiedergeborene Christen, die nicht in einer vom Staat oder einer anderen Institution tolerierten Kirche sind, gefährlich? (Denken wir daran, dass die Kirche, die sich der Obrigkeit fügte, im Dritten Reich toleriert wurde.) Früher, im Dritten Reich und später in Russland, durften Pastoren in den Kirchen, die vom Staat genehmigt waren, nur das predigen, was vorgeschrieben und nicht verboten war. Und das ist heutzutage in China ebenso.
Ein echter Hirte und Prediger lehrt aber den gesamten Ratschluss Gottes (Apg 20,27). Alle Gläubigen sind zur Wahrheit verpflichtet, da sie von Jesus mit Seinem Blut erkauft wurden (Offb 9,5) und IHM nachfolgen; ER ist „Weg, Wahrheit und Leben“.

Durch das rechte Studieren des Wortes Gottes (2Tim 3,16) lernen die Gläubigen zu unterscheiden, was Wahrheit und was Lüge ist, sowie was das Wort Gottes sagt und was nicht. In vom Staat oder anderen Institutionen tolerierten Kirchen oder christlichen Gemeinschaften kann aber kein Gläubiger erwarten, dass die absolute Wahrheit so gepredigt wird, wie es Gott gefällt. Daher fühlten sich damals viele Christen dazu gedrängt, sich zu einer geheimen Kirche zu organisieren.

 
2. Bibeltreue Christen sind dennoch ein „Dorn im Auge“
Wir haben bereits schon gelesen, dass unser Gewissen an Gottes Wort gebunden sein muss.

Im Gegensatz zu islamischen Fundamentalisten (bzw. Terroristen) begehen Christen keine Selbstmordattentate; sie würden sich selbst und andere Menschen niemals in die Luft sprengen, sondern sie üben Nächstenliebe und sind auf das Wohl anderer bedacht. Christen sinnen auch nicht auf Rache. Und durch die von ihnen hochgehaltenen Gebote Gottes hat so mancher Staat einen Aufschwung erfahren:
  • Christen lügen und betrügen nicht (auch bezüglich der Steuer)
  • Sie begehen nicht Ehebruch (sie haben i. Allg. stabile Familien)
  • Sie morden nicht, stehlen nicht (Arbeitsersparnis für die Polizei)
  • Christen waren es, die die ersten Krankenhäuser gebaut haben.
  • Die Diakonie - wie auch vieles andere an gemeinnützigen Werken - entstand auf den Grundwerten christlicher Basis.

Der athenische Redner Aristides beschreibt die neue Lebensart der zu Christus bekehrten Heiden in einem Brief an den Kaiser Hadrian (117-138) folgendermaßen:
 
„Die Christen kennen Gott und vertrauen ihm. Sie vergeben denjenigen, die sie unterdrücken, und machen sie zu Freunden. Sie tun ihren Feinden Gutes. Ihre Frauen halten die Ehe rein; ihre Töchter sind sittsam. Sie lieben einander. Sie weigern sich nicht, den Witwen zu helfen. Wenn sie einen Fremden sehen, nehmen sie ihn auf und freuen sich über ihn wie über einen Bruder. Wenn jemand unter ihnen arm oder bedürftig ist, dann fasten sie zwei oder drei Tage, um ihn mit dem Nötigen versehen zu können. Sie gehorchen den Geboten ihres Messias gewissenhaft. Jeden Morgen und zu jeder Stunde loben und danken sie Gott für seine Güte. Alles Schöne in der Welt rührt von ihnen her. Aber sie reden nicht öffentlich von ihren guten Taten, sondern nehmen sich in Acht, dass sie von niemandem bemerkt werden. Das ist in der Tat ein neues Volk, und es ist etwas Göttliches an ihnen.“

Warum werden bibeltreue Christen trotzdem nicht in Ruhe gelassen, obwohl sie so viel Segen bringen? Wo ist also das Grundproblem?

Der Mensch, der ohne Gott leben will, will selber darüber entscheiden, was gut und was böse ist.
Den lebendigen Gott möchte der moderne Mensch nicht anerkennen. Einen Gott, der ihm vorschreibt, was richtig und was falsch ist, darf es nicht geben.
Deswegen wird vehement die Evolutionstheorie hochgehalten. Gibt es keinen Schöpfergott bzw. Gesetzgeber, so gibt es auch keine Sünde, und der Mensch kann leben, wie er will, weil er sich für sein Tun nicht vor der höchsten Instanz verantworten muss.


 
3. Die Gemeinde der Zukunft muss sich auf Verfolgung vorbereiten
Wir hatten in Kurzfassung die angepassten Kirchen im Dritten Reich, in Russland und in China angesprochen.

Könnte es uns Christen auch hier in Europa passieren, dass wir gezwungen sein werden, vermehrt „FBC-Gemeinden“ zu gründen, die eines Tages zu Hausgemeinden werden?

Aus verschiedenen Richtungen wurden zuweilen Einwände vorgebracht. Drei davon lauten:
 
  1. Die Gemeinde Jesu wird ohnehin vor dem Kommen des Antichristen entrückt
  2. Bei uns herrscht doch Glaubensfreiheit und Sicherheit
  3. Wir bekommen eine große endzeitliche Erweckung und nehmen die Erde für Jesus in Besitz
Wenn es so wäre, bestünde eigentlich keinerlei Notwendigkeit, sich vorzubereiten.


1. Erster Einwand: Entrückung vor der Verfolgungszeit

Wenn es so sein sollte, dass die Entrückung noch vorher geschieht, gut. Aber selbst dann heißt das nicht, dass wir nicht wachsam und unvorbereitet sein sollen. Niemand weiß, wann unser Herr wiederkommt, und es wäre fatal, wenn Verfolgung aufkäme und man nicht darauf vorbereitet wäre. Eine Verfolgung kann in Europa beginnen, lange bevor der Antichrist auf der Weltbühne erscheint.
Derzeit sieht es auch ganz danach aus.

Auch gibt es sogar noch eine abenteuerliche Irrlehre, die besagt, dass diejenigen, die entrückt werden, es nicht wert sind, das Reich Gottes auf Erden zu errichten. Es ist wichtig, sich noch einmal das durchzulesen, was Jesus Selbst in Bezug auf Seine Wiederkunft (eigtl. Ankunft) gesagt hat:
 
„Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in Seiner eigenen Gewalt festgesetzt hat.“
Apg 1,7

„Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.“
Mk 13,32

Im ersteren Vers heißt es, dass es nicht unsere Sache ist, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen. Wir werden die Entrückung nicht ausrechnen oder festlegen können. Und ich lese daraus, dass wir auch nicht spekulieren sollen.

Und im zweiten Vers sagte Jesus, dass nur der Vater den Zeitpunkt kennt. Und weil es so ist, könnte noch nicht einmal der Satan den Zeitpunkt ausrechnen oder vermuten, der doch die komplette Bibel auswendig kennt.
Der Schwerpunkt in Jesu Rede (auch in Mt 25) liegt darauf, „jederzeit bereit“ zu sein.
Jesus hat gesagt, dass selbst Er die Stunde nicht kennt. Es würde mich nicht wundern, wenn es irgendwann mitten im Zeitgeschehen heißen sollte: „Und nun hole Deine Braut ab!“


2. Zweiter Einwand: Glaubensfreiheit und Sicherheit

Von heute auf morgen alle Christen zu inhaftieren oder sämtliche Bibeln zur Vernichtung einzukassieren, würde in großen Teilen der Welt eine Welle der Bestürzung auslösen. Dadurch aber würde den Christen Gehör verschafft werden.
Aber wenn schon vorher bibeltreue Christen lächerlich gemacht werden, sodass sie zum Gespött werden, dann wird ihnen kaum jemand Gehör schenken.

Der Gott der Bibel und Seine Gebote werden schon heute ignoriert. Menschen, die noch an Ihn glauben, werden als Phantasten oder Fundamentalisten abgetan. Kreationisten (Menschen, die an die göttliche Schöpfung der Welt glauben) werden heute lächerlich gemacht, werden sogar mehr und mehr als Gefahr für die Demokratie und als Staatsfeinde bezeichnet. Der Missionsbefehl Jesu, der einer der Aufgaben eines Jüngers Jesu ist, wird denunziert.

Hier sollen einige wenige ausgewählte kurze Meldungen als Beispiele dienen, um aufzuzeigen, dass es so langsam mit der christlichen Freiheit zu Ende geht und das „christliche Abendland“ kaum noch existiert:
 
Wer in Großbritannien öffentlich Bibelworte verliest, die als homosexuellenfeindlich ausgelegt werden können, riskiert eine Festnahme durch die Polizei. Die Christliche Juristenvereinigung (London) hat sich jetzt eines Straßenpredigers angenommen, dem Gesetzeshüter mit Festnahme gedroht hatten.

Wenn christliche Stars von Jesus reden, wird dieser Teil bei der Aufzeichnung herausgeschnitten. Nur bei Live-Auftritten haben sie noch die Chance, Christus zu bezeugen.

Christen in Großbritannien erfahren mittlerweile mehr Anfeindungen als in anderen europäischen Ländern. Diese Meinung vertritt jeder fünfte Teilnehmer einer Umfrage, die im Auftrag der britischen Wochenzeitung „Sunday Telegraph“ durchgeführt wurde. Mehr als die Hälfte der befragten Kirchgänger gab an, bereits in gewisser Form verfolgt worden zu sein, weil sie Christen seien.

Leonie Seifert schreibt in einem Artikel in ZEIT-OLINE vom 11. 08. 09 unter der Überschrift „Diskriminierung - Schwulenhetze, streng wissenschaftlich“, dass evangelikale Fundamentalisten Homosexuelle bekehren und umerziehen wollen.

In Deutschland wurden mittlerweile Mütter und Väter inhaftiert. Sie hatten aus Gewissensgründen ihre Kinder nicht am Sexualunterricht, an der Fastnachtsveranstaltung oder an einer Theatervorführung von der Schule teilnehmen lassen. Dafür sollten sie Bußgeld bezahlen, was sie aber mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren konnten. Sie bezogen sich auf das Grundgesetz, das darin verankerte Elternrecht und den Artikel über Gewissenfreiheit für Gläubige, was die Richter jedoch nicht interessierte.

Professor Mark Gabriel ist der wohl bedeutendste/bekannteste Aussteiger aus dem Islam. Der Ägypter lehrte Islamische Wissenschaften an der Al-Azhar-Universität in Kairo. Den aufmerksamen Zuhörern nimmt Gabriel jegliche Illusionen über einen „gemäßigten Euro-Islam“: Der Islam werde sich in Europa nie verändern. Diese Religion habe bestimmte Regeln für ihre Gläubigen, die sich in nichtmuslimischen Ländern befinden: Zunächst sollen sie sich unauffällig verhalten, sich rasch vermehren, nach und nach Forderungen stellen, die „ungläubige“ Gesellschaft schleichend verändern, immer mehr Macht und Einfluss erwerben, um dann irgendwann in Mehrheitspositionen zu gelangen, mit der die Herrschaft des Islam durchgesetzt werden kann. Europa gehöre zum „Haus des Krieges“, da es hier noch keine islamische Regierung gebe. Aber der Islam erlaube es nicht auf Dauer, dass Nicht-Muslime Autorität über Muslime ausübten. Moslems müssten über die Ungläubigen herrschen, so wolle es der Koran. Wir wissen ja, was mit Christen geschieht, die in Ländern leben, wo Muslime in der Mehrheit sind.

Es wurden 7 Iraner abgeschoben, die Christen waren. Als sie erklärten, dass man sie wegen des Glaubens verfolgen würde, sagte man ihnen nur lapidar, dass sie ja nicht zu sagen bräuchten, dass sie Christen seien.

Kürzlich wurde das Anti-Terror-Gesetz in Russland verabschiedet. Wer sich näher damit befasst, wird erkennen, wie stark auch dort die Freiheit von Christen eingeschränkt wird. Das geht hin bis zum Verbot von Versammlungen und Missionstätigkeiten; sie werden sogar unter Strafe gestellt.

Auch die EKD-Spitze bereitet eine Christenverfolgung vor:
Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens hat ihre Besorgnis über das Wirken evangelikaler Christen geäußert. „Was die Gefährdung von sächsischen Jugendlichen angeht, bereiten etwa radikale Bibelgruppen viel größere Probleme als Islamisten“, sagte der Beauftragte für Weltanschauungs- und Sektenfragen, Harald Lamprecht, der Dresdner Morgenpost. Den aktuellen Anlass dieser Äußerung lieferte der Fall der 15 Jahre alten Linda Wenzel aus Pulsnitz. Anfang Juli reiste sie nach Syrien, um sich der Terrormiliz IS anzuschließen. Lamprecht sah in dem Interview, das vor dem Terroranschlag von Würzbug veröffentlicht wurde, keinen Grund zur Sorge. Der Anteil sächsischer Jugendlicher an den 810 aus Deutschland ausgereisten IS-Rekruten läge „im unteren einstelligen Bereich“. Weit größeren Zulauf würden dagegen die christlichen Fundamentalisten erfahren. Auch sie erstrebten eine „göttlich gebotene Ordnung, die zwangsläufig das Verhältnis zur Demokratie in Frage stellt“. Sektenbeauftragter Lamprecht hatte bereits im vergangenen Jahr die Teilnehmer der Pegida-Proteste als die eigentlichen Friedensstörer ermittelt und die Moslems als Verbündete im Kampf gegen den Islamismus empfohlen.

Die Liste lässt sich Woche für Woche verlängern. Die Berichte bibeltreuer Nachrichtenagenturen belegen dies.


3. Dritter Einwand: Endzeitliche Erweckung

In der Bibel ist nicht von einer Erweckung in der Endzeit die Rede, dafür aber von einem großen Abfall (2Thess 2,3), kurz bevor der Mensch der Sünde offenbar wird, der Sohn des Verderbens. Wobei dies in der Zeit angesiedelt werden könnte, von der Johannes in der Offenbarung schreibt. Aber zu beobachten ist der Abfall jetzt schon. Abfall bedeutet konkret: Abtrünnigkeit, die bewusste Abkehr von Christus (gr. apostasia).
Stattdessen sprechen schon jahrzehntelang Hunderte von Propheten davon, dass es eine Erweckung geben werde.
Aber sollte eine „Erweckung“ kommen: In welche Richtung wird diese wohl gehen?
Hin zu einer großen Ökumene, die im kommenden Antichristen gipfelt, der sich als Messias ausgibt, oder hin zu einem Christentum, das nur Christus alleine als Haupt anerkennt und dessen einzige geistliche Quelle die Bibel ist?

Den Evangelikalen wurde sogar von Seiten der Charismatiker vorgeworfen, dass sie (die Evangelikalen) wegen ihrer Berliner Erklärung eine Erweckung verhindert hätten, indem sie dadurch den Heiligen Geist ausgebremst hätten.
In den 90er Jahren wurde ein ökumenisches Programm zwischen Charismatikern und der katholischen Kirche gestartet, wo man dem Herrn zum Jahr 2000 ein Geburtstagsgeschenk machen wollte: mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung bekehrt.
Nun, wir bekommen zwar eine große „Erweckung“. Aber welche? Und wohin wird sie uns führen?
Die großen Religionen erwarten ihren Messias, der in der Endzeit das Unrecht auf der Welt beseitigen wird.
Die Juden warten immer noch auf den verheißenen Messias, da sie Jesus Christus als Messias ja ablehnen. Die Moslems erwarten ihren Mahdi und die Buddhisten ihren Maitreya, von dem es heißt, er solle bereits schon unter uns weilen. Und im Hinduismus ist von einem „Kalki“ die Rede.

Bibelkundige Christen wissen aber, dass eines Tages der Antichrist kommen wird, der den Anspruch erheben wird, der Messias zu sein. Darauf werden heute die Welt und die Christenheit vorbereitet. Und auch diejenigen, die eine Erweckung erwarten.


Bezüglich des Antichristen und der Christenheit schreibt Dave Hunt:
 
„Die ganze Welt wird zu Beginn nicht etwa in Furcht erstarren, sondern ihn anbeten (vgl. Offb 13,8), und das lässt auf eine echte Anziehungskraft und sogar Sympathie schließen. – Die Vorsilbe «Anti-» stammt aus der griechischen Sprache. Normalerweise wird sie mit der Bedeutung «gegensätzlich» oder «gegen» in Verbindung gebracht. Sie bedeutet aber auch «an Stelle von» oder «als Ersatz für». Der Antichrist wird sich natürlich gegen Christus wenden, aber mit der größten, teuflischen Schlauheit, die es jemals gegeben hat: Er wird so tun, als ob (3) er Christus sei und somit die Christenheit auf seine Seite ziehen, indem er sich als ihre Leitfigur ausgibt.“

Folgende Tabelle soll sechs gegenwärtige elementare Entwicklungen aufzeigen: (4)
 

CHRISTENTUM
(BIBLISCHE,
ABSOLUTE WERTE)
Alte Religion

HUMANISMUS
(RELATIVE WERTE)
Getötete Religion

GLOBALISMUS
(GLOBALE ABSOLUTE
WERTE)
Schaffung einer neuen
Religion

Die Bibel enthüllt die
Wahrheit

Die Wissenschaft erklärt
die Wahrheit

Gefühle und
Erfahrungen definieren
die Wahrheit

Gott ist erfassbar und
persönlich

Gott ist eine nicht
existierende Krücke

Eine pantheistische
Gottheit oder Kraft ist in
allem gegenwärtig

Gott schuf die Erde

Die Erde entwickelte
sich zufällig

Die Erde entwickelte
sich durch ihre eigene
(oder durch
kosmische) Kraft

Gottvertrauen ist der
Schlüssel zum Erfolg

Selbstvertrauen ist der
Schlüssel zum Erfolg

Vertrauen auf das
innere Gottselbst ist der
Schlüssel zum Erfolg

Gut und Böse sind
unvereinbar

Gut und Böse sind
relative Begriffe

Gutes und Böses
miteinander verbinden bringt Ganzheit


Aus der These (Christenheit) und der Antithese (Humanismus) entsteht die Synthese (Globalismus). Wir erleben eine Transformation, die durch alle Schichten der Menschheit und der Christenheit geht.
Bibeltreue Christen passen nicht in diese Welt, stellen eine „Gefahr“ dar und „müssen weg“ (müssen liquidiert werden) – besonders, wenn sie ihre Aufgabe als Salz und Licht in dieser Welt und in ihrer Gesellschaft noch wahrnehmen.



4. Das liberale Christentum nimmt stetig zu

Wir können überall beobachten, wie die Bibel aus den verschiedensten Richtungen unter Beschuss genommen wird. Entweder darf sie nicht die einzige Quelle sein, sondern es sollen noch andere geistliche Quellen hinzugezogen werden dürfen. Ein andermal wird sie als das Wort Gottes verworfen, und ein andermal wird sie sinnentstellt.

Auch hier sollen nur wenige ausgewählte Beispiele erfolgen:
 
Margot Käßmann erklärte auf dem Christustag 2014, dass wir die Bibel kritisch lesen dürfen.

Als Pastor Olaf Latzel aus Bremen in einer Predigt die Verweltlichung und den Synkretismus der Kirche anprangerte, hagelte es nicht nur Kritik aus der Welt. Auch die örtliche evangelische Allianz schoss sich auf ihn ein.

„Die Religionen müssen sich von dem Gedanken verabschieden, die Wahrheit allein zu besitzen. Als gemeinsame Wahrheitssucher können Muslime und Christen gemeinsam handeln.“
– Nikolaus Schneider, EKD-Ratsvorsitzender, idea 23/2011

„Ich kann ungefähr dreiviertel des Glaubensbekenntnisses nicht mitsprechen. Das ist für mich eine fundamentalistische Zumutung. Die Jungfrauengeburt Jesu ist eine fromme spätere Legende, zudem ist Jesus Analphabet gewesen. Ich rechne nicht mit der Wiederkunft Jesu zum Jüngsten Gericht. Die Kirche rechnet sicher mit allerlei, aber auf keinen Fall mit der Wiederkunft Jesu.“
– Superintendent Herbert Koch, idea 23/2011

„Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes ist ein Produkt der menschlichen Vernunft. Da die Welt durch Evolution entstanden ist, muss man das Reden über den Schöpfer und die Schöpfung ändern. Ich glaube nicht an den Allmächtigen.“
– Superintendent Burkhard Müller, idea 23/2011

„Gott braucht kein Sühnopfer. Es muss ja nicht sein Zorn durch unschuldiges Leiden besänftigt werden.“
– Präses Nikolaus Schneider, idea 14/2009

„Die Bibel steckt voller Widersprüche, sie enthält Fälschungen und deutlich über hundert Irrtümer. Von den Jesus-Worten im Neuen Testament sind etwa 15 Prozent echt. Jesus hat kein Wunder vollbracht und die Bergpredigt nicht gehalten. Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist für mich das Murmeln einer antiken Religion. Ich würde es sofort abschaffen.“
– Theologe Gerd Lüdemann, idea 8/1996 S.6

„Der Kreis derjenigen, die die Bibel Wort für Wort als vom Heiligen Geist inspiriert betrachten, ist in der Allianz nicht allzu groß. Die meisten Evangelikalen befinden sich innerhalb der Landeskirchen. Ihre Positionen haben sich inzwischen denen der Landeskirchen angenähert. Die evangelische Allianz ist eine bunte, breite Bewegung.“
– Jürgen Werth, ERF, idea 41/2007 S.30

„Fundamentalisten legen die Heilige Schrift in einer ganz bestimmten Weise aus, indem man sagt, sie sei irrtumslos und unfehlbar. Das ist Wortterror. Wortterror betreibt, wer am Buchstaben klebt, von dem dann solche Sachen kommen wie Sechs- Tage-Schöpfung. Man muss deutlich machen, welcher Unsinn hinter dem Kreationismus steckt.“
– Baptisten-Professor Erich Geldbach in der Fernsehsendung am 7. 10. 2007 in der ARD

„Zwischen dem Gottesbild des Alten Testaments und dem Koran bestehen sehr viele Gemeinsamkeiten. Muslime und Christen haben ein fast identisches Gottesbild. Allah und der alttestamentliche Elohim sind ein und derselbe. Der einzige wesentliche Unterschied besteht nur darin, dass Muslime zu dem gnädigen und barmherzigen Allah im Islam keine persönliche Beziehung aufbauen können.“
– Johannes Reimer, topic, Juni 2012 , S.3

„Der Kern der biblischen Botschaft ist: Gott vergibt uns die Schuld, weil er Gott ist, weil er barmherzig und gnädig ist. Und nicht, weil Jesus am Kreuz gestorben ist.“
– Pater Anselm Grün, topic, September 2010 S.1

„Ich schätze einen friedlichen, ruhigen Gott mit Selbstbeherrschung. Einen Gott, der nicht bei der geringsten Provokation hochgeht. Wenn ich jedoch meine Bibel lese, stoße ich beständig auf einen anderen Gott, und es gefällt mir nicht. Dieser Gott sagt, er hasse Sünde. Nun, üblicherweise brüllt er das. Und wenn das Brüllen vorüber ist, kommt das Schmollen. Er ist alles andere als ruhig und gefasst, beruhigend und vernünftig. Er ist so launig, wie Götter sein können. Ich möchte lieber einen Gott, der Sünde leicht nimmt. Warum kann er sich nicht entspannen und anerkennen, dass Irren menschlich ist? “
– Mark Galli, Chefredakteur von „Christenheit heute“, topic, September 2010, S.1

„Wir lehnen eine Bibelsicht ab, derzufolge die Schöpfungszeugnisse den gleichen Stellenwert wie die Jesusbotschaft haben.“
– Christoph Morgner, Präsesbericht 1995, S.29 (von 1991 bis 2010 war er Vorstandsmitglied des evangelikalen Vereins ProChrist)

„Niemand kommt mehr an uns Evangelikalen vorbei. Wir bemühen uns, die Allianz aus der fundamentalistischen Schmuddelecke herauszuholen. Wir sind Evangelikale, aber keine Fundamentalisten. Wir suchen das Gespräch mit Andersdenkenden und Andersglaubenden...Wir haben aber auch eine stärkere und positivere Wahrnehmung durch die EKD erfahren. Sind wir als Allianz ökumenefähig? Wir müssen frömmer werden. Gut, dass inzwischen ein ordentlicher Teil der Pfingstler und Charismatiker zu uns gehört.
– Jürgen Werth, Allianzmagazin EiNS 4/2011


 

II. Unkraut oder Weizen? Hure oder Braut?


Dass wir das Ende der Endzeit vor uns haben, wird an vielen Zeichen deutlich. Und damit sollten wir uns auch mit zwei wichtigen Bibelstellen befassen, die für unser Thema relevant sind.
 
1. Unkraut unter dem Weizen
„Da entließ Jesus die Volksmenge und ging in das Haus. Und Seine Jünger traten zu Ihm und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
Und Er antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen. Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen. Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit; die Schnitter sind die Engel. Gleichwie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es sein am Ende dieser Weltzeit. Der Sohn des Menschen wird Seine Engel aussenden, und sie werden alle Ärgernisse und die Gesetzlosigkeit verüben aus Seinem Reich sammeln und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein.“
Mt 13,36-42

Rieneckers Bibellexikon gibt zum Stichwort Unkraut Folgendes an:
 
Das griech. zizanion, das Luther in Mt 13,23-30. 36-42 mit Unkraut übersetzt hat, ist der Taumellolch (Lolium tremulentum), ein etwa 80 cm hoch werdendes, steifes Gras, das zwischen dem Sommergetreide wächst. Anfangs unterscheidet es sich vom Weizen nur durch seine schmalen und glatten Blätter, später auch durch die sehr dünnen und grannigen Ähren. Die kleinen schwärzlichen Körner sind in der Regel von einem Pilz befallen und dann giftig. Ihr Genuss verursacht beim Menschen Kopfschmerzen und Schwindel, beeinträchtigt die Sehkraft und kann manchmal sogar tödlich wirken. Da das Jäten infolge der Ähnlichkeit mit dem Weizen schwierig war, schied man den Lolch meist nach der Ernte durch besondere Lolchsiebe aus.

Hier sehen wir unter anderem, wie wichtig es ist, anhand der Bibel zu unterscheiden zu lernen und sich an die richtigen Hirten zu halten. Die Lehre falscher Hirten und Lehrer, die auch zum Lolch gehören, ist geistliches Gift. Wie schwer es ist, Weizen und Lolch zu unterscheiden, können wir anhand von Judas Ischariot sehen.
Während die anderen Jünger durch Jesu Lehre verändert wurden, entwickelte sich Judas zum Negativen.


John MacArthur schreibt in seinem Buch „Zwölf ganz normale Menschen“:
Doch ebenso deutlich ist, dass Judas in geistlicher Hinsicht nicht von Christus angezogen wurde. Er folgte Jesus aus egoistischem Gewinndenken, weltlichen Ambitionen und Habgier heraus. Er erkannte Jesu Macht und wollte sie für sich selbst eingesetzt sehen. Er war nicht um der Errettung oder Christi willen am Reich Gottes interessiert. Ihm war nur wichtig, was er für sich rausholen konnte. Reichtum, Macht und Prestige speisten seine Ambitionen.
Als Johannes später sein Evangelium schrieb, berichtete er:
 
„Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug, was eingelegt wurde.“ Joh 12,6

Aber zu diesem Zeitpunkt merkten die anderen Elf nicht, was mit Judas los war. Sie
dachten bis zum Schluss, dass er einer von ihnen sei. Sie bekamen nicht einmal wirklich die Bedeutung der Szene mit, als Judas davonging, um Jesus zu verraten.
 
„Als Jesus dies gesagt hatte, wurde er im Geist erschüttert, und er bezeugte und prach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten! Da sahen die Jünger einander an und wußten nicht, von wem er redete. Einer seiner Jünger aber, den Jesus liebte, hatte [bei Tisch] seinen Platz an der Seite Jesu. Diesem winkt nun Simon Petrus, daß er forschen solle, wer es sei, von dem er rede. Da lehnt sich jener an die Brust Jesu und spricht zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den eingetauchten Bissen geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot. Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald! Es verstand aber keiner von denen, die zu Tisch saßen, wozu er ihm dies sagte. Denn etliche meinten, weil Judas den Beutel hatte, sage Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest benötigen!, oder er solle den Armen etwas geben. Als nun jener den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Es war aber Nacht.“ Joh 13,21-30

Niemand hatte gedacht, dass Judas ein Verräter sein würde. Jesus sagte es ihnen geradeheraus, und sie dachten, Judas ginge einkaufen.

Interessant: Judas wurde von Jesus „Sohn des Verderbens“ genannt, dieselbe Bezeichnung wie die des Antichristen in 2Thess 2,3.


 
2. Die Braut und die Hure
a. Die Braut
Gläubige aus Juden und Heiden bilden gemeinsam (Gal 3,28) das Volk Gottes (1Petr 2,9).
Weiterhin wird dieses Volk Gottes auch Braut genannt:
 
„Lasst uns fröhlich sein und jubeln und Ihm die e Ehr geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und Seine Frau hat sich bereit gemacht.“ (Offb 19,7)


John MacArthur schreibt dazu in seinem Kommentar:
 
Hebräische Hochzeiten bestanden aus 3 Teilen: 1.) die Verlobung (sie wurde häufig bereits vollzogen, als das Paar noch im Kindesalter war); 2.) die Zuführung (die Festlichkeiten, die oft mehrere Tage dauerten und der Zeremonie vorausgingen); und 3.) die Zeremonie (das Gelöbnis). Die Gemeinde … wird Christus … in der Entrückung zugeführt (dargestellt) werden (Joh 14,1 -3; 1Th 4,13-18). Das letztendliche Hochzeitsmahl wird das Ende der Zeremonie markieren. Dieses symbolische Mahl wird bei der Aufrichtung des Tausendjährigen Reiches stattfinden und diese 1000 Jahre über andauern (vgl. 21,2). Der Begriff »Braut« bezieht sich zwar oft auf die Gemeinde – so auch hier (2Kor 11,2; Eph 5,22-24) –, doch umfasst die »Braut« letztlich alle Erlösten aller Zeiten, was im weiteren Verlauf dieses Buches deutlich werden wird.


b. Die Hure
Sie ist der Gegensatz zur Braut, die sich, von Welt und Sünde unbefleckt, für den Tag des Herrn (2Petr 3,14) zubereiten lässt (Jak 1,27; Hebr 13,4; Judas 1,23).

Viele Christen, sowohl früher als auch heute, haben in der Hure die Römisch-Katholische Kirche gesehen. Nun, die Merkmale passen sehr gut zu ihr. Sollte die katholische Kirche hier nicht gemeint sein, so vermittelt sie uns jedenfalls schon einen Eindruck von dem, wie das religiöse System sein wird. Dann war die katholische Kirche eben nur ein Schatten von dem, was noch kommt.

In Kapitel 17 Vers 5 der Offenbarung lesen wir:
 
„...und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis, Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde.“


Alle falschen Religionen (auch die Mysterienreligionen) sollen letztlich aus Babel bzw. Babylon (vgl. 1Mo 11; s. Anm. zu 14,8) stammen. Das ist bezeichnend. Heute existieren sie in verschiedenen Formen. In babylonischen Inschriften steht der Name „bab-ilani“. Das heißt „Pforte der Götter“ und ist ein Hinweis auf den Götzendienst. Babel scheint die Wurzel aller geistlichen Unzucht (nämlich Götzendienst und Zauberei) zu sein und aller Dinge, die Gott ein Gräuel sind.

Wenn wir Offb 17,6 lesen, erinnern wir uns daran, dass nicht nur die katholische Kirche, sondern auch alle falschen Religionen in der Vergangenheit Christen umgebracht haben. Die Gegenwart zeigt, dass sich diesbezüglich nichts geändert hat, und die Zukunft wird es ebenso zeigen.


In Kapitel 18, Vers 3 der Offenbarung steht:
 
„Denn von dem Glutwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind von ihrer gewaltigen Üppigkeit reich geworden.“


John MacArthur schreibt dazu in seinem Bibelkommentar:
 
Glutwein ihrer Unzucht. Das religiöse Babylon (Kap. 17) verlockt die Nationen in geistliche Trunkenheit und Unzucht mit falschen Göttern (17,2.4); das wirtschaftliche Babylon hingegen (Kap. 18) verführt die ungläubige Welt zu einem materialistischen Wahn, sodass die Menschen der Welt aufgrund ihrer Beziehung zu Babylon von Leidenschaft berauscht sind.
Könige … Kaufleute. Sowohl politische als auch wirtschaftliche Führungspersonen werden in dieses weltweite Kommerzsystem hineingezogen (14,8; 17,2).

Im nächsten Vers fordert Gott Sein Volk auf, dieses Babylon zu verlassen. Und es ist nur zu deutlich, warum.
„Mitgegangen - mitgefangen – mitgehangen“, heißt es in einem Sprichwort.

Soll man immer noch einer Kirche zugehörig bleiben, die ihre Reinheit preisgibt?
Die Vermischung von Christentum und Götzendienst können wir bei der katholischen Kirche deutlich erkennen, wenn wir uns näher mit so manchem von ihrem Brauchtum in Vergangenheit und Gegenwart befassen. Aber es ist nicht nur in der katholischen Kirche so.

Es wurde kurz erwähnt, dass die Ökumene das Gegenstück zum Leib Christi bildet. Es ist eine mit menschlichen Anstrengungen angestrebte Einheit, auf Kosten fundamentaler Wahrheiten der Bibel.
In verschiedenen Kirchen, Gemeinden und Konfessionen haben sich bereits Okkultismus, Spiritismus, christliche Mystik und Schamanismus (Visualisieren) eingegliedert. Hinzu kommen etliche Lehren, die der Gnosis und der Esoterik ähnlich sind oder von ihr stammen. Es wird also geistliche Hurerei betrieben.

Vielleicht haben wir dieses System, wie es in der Offenbarung beschrieben ist, noch nicht ganz erreicht. Aber wir erleben bereits eine Vorstufe davon.
Wir erleben derzeit Anstrengungen seitens der Mächtigen dieser Welt, eine neue Welt und Weltordnung nach menschlichen und selbst gemachten religiösen Vorstellungen zu schaffen.
Der Aufbau „Babylons“ hat also bereits begonnen. Und es gibt Kirchen und christliche Bewegungen, die nicht nur geistlich daran beteiligt sind, sondern auch finanziell.


 

III. Unterscheidung zwischen Leib Christi und Ökumene

 
1. Die geistliche Wasserscheide
Ich möchte dafür einmal eine Illustration gebrauchen, welche auch Francis A. Schaeffer in seinem Buch „Die große Anpassung - Der Zeitgeist und die Evangelikalen“ benutzte.
Hauptsächlich in den Bergen gibt es sogenannte Wasserscheiden. Je nachdem, wo der Regen fällt oder die Schneeschmelze eintritt, entscheidet es sich, in welche Richtung das Grundwasser abfließt.
Viele Wasserscheiden sind nach außen hin nicht sichtbar, da sich die Trennung innerhalb eines Bergareals vollzieht, nachdem das Wasser versickert ist. Erst sehr viel später sieht man, an welcher Stelle das Wasser austritt, und damit wird deutlich, wie der weitere Verlauf ist: in welchen Bach es übergeht und in welchen Fluss es weitermündet.

 

So gibt es auch im Leben eines Gläubigen, einer Gemeinde, eines christlichen Werkes oder der Christenheit selbst, eine Art „geistliche- Wasserscheide”, die den weiteren Verlauf entscheidend beeinflusst.

 
2. Die Anwendung
Schon kleinste Lehrentscheidungen können ihre Auswirkungen haben. Die erste Generation sagt: „Das ist ja nur ein kleiner Unterschied zur absoluten Wahrheit.“
Aber die nächste Generation knüpft daran an und entfernt sich noch weiter von der Wahrheit.

Nehmen wir als Beispiel die Aussage:
 
„Die Schrift ist allgenugsam“
im Gegensatz zu:
„Die Schrift ist nicht allgenugsam“


So haben beide obigen Aussagen entsprechende geistliche Auswirkungen, die erst lange Zeit später, sogar mitunter erst nach Jahren oder Jahrzehnten zutage treten können, so wie sich das Wasser nach wenigen Quadratmetern voneinander trennt und schließlich in unterschiedliche Meere mündet, die an die 1000 Kilometer entfernt sein können (z.B. Rhein und Donau). Man entfernt sich so weit von der Wahrheit, dass man es schon als normal empfindet.

Wenn mir die Schrift nicht mehr allgenugsam ist, dann kann es in meinem Leben dahingehend seine Auswirkung haben, dass ich meine psychischen Probleme nicht mehr anhand der Bibel lösen kann, sondern ich suche bei meinen Mitmenschen Rat. Oder ich gehe sogar in die Mystik und höre schließlich auf fremde Geister, die mir vorgaukeln, sie seien die Stimme Jesu, die mir Rat gebe.

Es sollen hier nur sehr wenige Beispiele angeführt werden, die in den letzten Jahrzehnten folgende grobe Richtungen immer deutlicher werden lassen. Und dabei wird immer außer Acht gelassen, was die Bibel zu sagen hat:
 

Der echte Leib Christi
Jesus ist der Herr
Bekehrung durch Buße zur Errettung für
die Ewigkeit
Die Bibel ist Gottes Wort
Jesus Christus ist Gott

Unbiblische Ökumene
Jesus als Zusatz
"Wir bauen das Reich Gottes hier und
jetzt auf"
Die Bibel enthält Gottes Wort oder ist
sogar nur eine Geschichtensammlung
Jesus ist ein Prophet und Lehrer





General William Booth, der Gründer der Heilsarmee, sagte einmal:
 
„Die Hauptgefahr im 20. (und 21. – Anm. des Verf.) Jahrhundert wird sein: Glaube ohne den Heiligen Geist, Christentum ohne Christus, Vergebung ohne echte Buße, Errettung ohne anschließende Heiligung, Politik ohne Gott und ein Himmel ohne Hölle.“

Bemerkenswert ist, dass bei diesem Zitat im Internet das Wort Glaube mit dem Wort Religion ersetzt worden zu sein scheint.


In dem Artikel „Wird der ‚Schmale Weg’ verbreitert?“ (aus dem Buch: „Verkündigung im Angriff“), fragte Pastor Wilhelm Busch schon im Jahr 1958:
 
Schmerzerfüllt schrieb einst der Apostel Paulus von einem seiner bisherigen Mitarbeiter: „Demas hat mich verlassen und die Welt lieb gewonnen.“
Wenn dieser Demas heute lebte, dann hätte er es nicht nötig, die christliche Gemeinde zu verlassen. Er würde bleiben, weil er in der Jugendarbeit der Christenheit ein großartiges Betätigungsfeld fände. Ja, er würde bald zu hohen Ehren aufsteigen.


Folgende Bibelstellen machen den aktuellen Trend deutlich:
 
„Ein anderes Gleichnis legte Er ihnen vor und sprach: Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut (»Taumellolch« oder »Afterweizen«) mitten unter den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut.“ Mt 13,24-26

„Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, dass man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!“ Mt 13,30
 
3. Leib Christi kontra unbiblische Ökumene
Die Bibel kennt keine Konfessionen oder Denominationen – und erst recht keinen Zusammenschluss von Christen auf Kosten der Wahrheit (Ökumene).
Und so finden sich echte Christen (als orangefarbene Punkte dargestellt), die zum Leib Christi gehören, in allen Gemeinden, Kirchen oder christlichen Organisationen.
 


Aber die Tendenz geht dahin, dass echte, wiedergeborene Christen unter Druck geraten und nicht mehr alles mitmachen können, weil sich der christliche Mainstream mehr und mehr vom Wort Gottes entfernt.

Also wird Schritt für Schritt eine Trennung vollzogen. An dem einen Ende findet sich die wahre Braut Christi, und am anderen Ende entsteht die Hure Babylon.

 


Oberirdische Wasserscheiden lassen sich mit Karten und Luftbildern bestimmen, unterirdische Wasserscheiden nur mit viel Aufwendung von Hilfsmitteln verschiedener Art. Und wenn ich weiß, wo die Wasserscheide beginnt, dann kann ich auch feststellen, wie weit ich von ihr entfernt bin.


Für uns ist die Bibel der einzige Maßstab zur Standortbestimmung, wenn ich ermitteln will, welche geistliche Tendenz eingeschlagen wurde. Aber dann kann ich mit der Bibel nicht so umgehen, wie es mir gefällt, sondern ich habe mich bei der Bibelauslegung an die gesunden Muster zu halten, wie sie von Gott vorgegeben sind.

Viele christliche Geschwister reagieren leider oft negativ, wenn man ihnen aufzeigt, dass sie von ihrer „geistlichen Wasserscheide” weit entfernt sind; da bekommt man dann zu hören: „Ihr spinnt doch! Ihr seid Fundamentalisten, Fanatiker und Phantasten!“



 

IV. Merkmale einer Gemeinde, die weiter in den antichristlichen Sog geraten wird.


Folgende entscheidende Merkmale wird eine Gemeinde aufweisen, damit sie weiter eine Affinität zur antichristlichen Ökumene bekommt und nicht mehr die geistliche Kraft hat, zu unterscheiden und ihre Heiligkeit zu bewahren:


Christus ist nicht das alleinige Haupt

Die Gemeinde wird sich in ihrem Bund (FEG, EFG, etc.) oder in der DEA (Deutsche Evangelische Allianz), weiterhin wohl fühlen. Man sucht wohl Weisung beim Herrn. Aber wenn von Oben aus der Geschäftsstelle widersprüchliche Anweisungen kommen, dann werden sie doch im Laufe der Zeit umgesetzt (Frauen dürfen predigen oder werden als Älteste eingesetzt). Man zieht Argumenten heran wie sie im nächsten Punkt angesprochen werden.
Aber von Anfang an war in den Gemeinden nur Christus das alleinige Haupt. Dies gilt ebenso für die Gemeinden, die sich nicht in die Römisch Katholische Kirche und später in die Protestantischen Kirche, einbinden ließen. Wenn aber Christus nicht allein das Haupt ist, so ist es sehr schwer gegen den Liberalismus anzukämpfen, sowie Irrlehren und Irrlehrer im Rahmen der Gemeindezucht abzusondern. Besonders, wenn diese von den Oberen (der Kirche, Organisation, Verband) kommen oder gefördert werden. Wenn bewusst Weizen und Unkraut vermischt werden, ist es sehr schwer, ein gesundes Maß an Heiligkeit zu bewahren. Ein gläubiger Christ braucht aber feste Nahrung und gesunde Lehre, um geistlich gesund wachsen zu können. Aber diese gesunde Lehre fehlt vielerorts, wie im nächsten Punkt erläutert.


Die Bibel ist nicht mehr das verbindliche Wort Gottes

Die Bibel war zu allen Zeiten der Kritik ausgesetzt. Diese kam aber bisher aus den nicht-christlichen Lagern derer, die den lebendigen Gott nicht haben wollen und ihn hassen. Sie steht nicht mehr primär unter Beschuss seitens Evolutionisten, Marxisten, Islamisten oder anderer der Bibel feindlichen Ideologien.
Der Beschuss erfolgt auch aus den eigenen Reihen seitens liberaler Scheinchristen, Theologen oder Irrlehrer. Schon Charles H. Spurgeon hatte gegen die "Historisch-kritische-Methode" anzukämpfen. Mittlerweile kommen zig neue Lehren hinzu, durch welche die reine Lehre verfälscht, verwässert oder nicht mehr verbindlich erklärt wird. Es wird z.B. gelehrt, dass gewisse Ansichten von Paulus heute überholt und nicht mehr relevant seien. Es gibt sogar liberale Leiter, die Jugendliche verunsichern, indem sie behaupten, dass Bibellesen langweilig sei.
Wenn aber so mit der Bibel umgegangen wird und dies dann auch auf die Gemeindeglieder Einfluss nimmt, so wird die Gemeinde ihrer Kraft beraubt. Der Heilige Geist kann nicht so wirken wie Er will und der Herr kann auch nicht seinen Segen geben. Was bleibt ist eine Art geistliches Vakuum. Dieses Vakuum wird zwar verschwommen wahrgenommen, aber es wird entweder an der falschen Stelle, oder gar nicht nach der Ursache geforscht.
Anstatt dass Christus und sein Wort wieder unter echter Buße in den Mittelpunkt gestellt werden, wird versucht, mit eigenen Kräften und Methoden dieses Vakuum zu füllen. Und damit kommen wir zum nächsten Punkt.


Förderung des Gemeindebaus durch weltliche Maßstäbe

Um dieses Vakuum zu füllen, wird das biblische Modell für Gemeindebau für veraltet und unwirksam erklärt und es werden außerbiblische Modelle für Gemeindebau, Gottesdienst und Gemeindewachstum herangezogen. Sowie pragmatische Methoden aus der Welt, wie z.B. Marketingstrategien.
Der Gottesdienst wird zu einem Event, wo nicht mehr danach gefragt wird, ob es dem Herrn gefällt. Es muss eine Atmosphäre des Wohlfühlens geschaffen werden, wo der Herr Jesus noch am Rande vorkommt und nur noch seinen Segen dazu geben soll. Es wird zwar nicht offen darüber gesprochen, aber das organisatorische Drumherum spricht Bände.
Ob es die Musik ist, oder der Gottesdienstablauf: Der Mensch steht im Mittelpunkt und muss sich durch ein entsprechendes Rahmenprogramm wohlfühlen. Die Predigt darf auch nicht so tiefgründig sein, sondern sollte vielmehr leicht & flockig verdaubar sein.
Es wird erhofft, dass es Nichtchristen so leichter fällt, Jesus in ihr Leben aufzunehmen.
Begriffe wie Buße, Hölle, Absonderung von der Welt, Heiligkeit oder Heiligung sind nicht sehr willkommen.
Wir leben im Zeitalter der Unterhaltungsshow und die Gemeinde muss mit dem Trend mithalten können. So will man es den Menschen angenehmer machen, sich für Jesus zu entscheiden und fast unmerklich wird die Evangeliumsbotschaft verändert.


Es wird ein verfälschtes Evangelium verkündet

Die Evangeliumsbotschaft darf nicht mehr so hart klingen. Man hört nichts mehr von „täglich sein Kreuz auf sich nehmen“ den schmalen Weg gehen, Verfolgung erdulden können oder Christus an die erste Stelle im Leben setzen.
Jesus wird zwar als Retter akzeptiert, aber er darf nicht als der Herr gelten, der als souveräner Gott das Sagen über unser Leben hat. Es wird manchmal unterschwellig vermittelt, dass eine Bekehrung keinerlei Verpflichtungen wie Gehorsam, Heiligung und Absonderung von der Welt mit sich bringen muss. Abkehr von Sünde und eine Veränderung des Lebensstiles wird nicht mehr gepredigt.


John MacArthur schreibt in seinem Buch "Lampen ohne Öl":
 
Was bei einer solchen Einstellung herauskommt, ist eine höchst mangelhafte Lehre von der Errettung. Sie bedeutet Rechtfertigung ohne Heiligung, und ihr Einfluß auf die Kirche ist nichts weniger als katastrophal. Die Gemeinschaft der bekennenden Gläubigen ist bevölkert von Leuten, die sich einem System angeschlossen haben, das sie ermutigte, es bei diesem hohlen und unfruchtbaren Glauben bewenden zu lassen. Manche meinen ganz im Ernst, sie seien errettet, auch wenn es völlig an beweiskräftiger Frucht in ihrem Leben fehlt.


Und auf den Seiten 80/81 schreibt er:
 
Evangelisation muss stets den Sünder nehmen und ihn an dem vollkommenen Gesetz Gottes messen, damit er sein Zukurzkommen erkennen kann. Einem Evangelium, das sich nur mit menschlichen Nöten, Gefühlen und Problemen befasst, fehlt die richtige Balance. Darum sind die Gemeinden voller Leute, deren Leben nach ihrer vermeintlichen Bekehrung im Grunde das alte geblieben ist. Die meisten von ihnen, davon bin ich überzeugt, sind nicht wiedergeboren und am Ende schrecklich betrogen. Die ganze göttliche Offenbarung bestätigt die Wichtigkeit der eigenen Sündenerkenntnis. Im Römerbrief verwendet Paulus drei ganze Kapitel, um die Sündhaftigkeit des Menschen darzustellen, bevor er überhaupt von dem Weg der Errettung zu reden beginnt.


Es wird eine Rechtfertigung ohne Heiligung gelehrt.

Ein verfälschtes Evangelium wird nicht nur verkündigt, wenn die Bibel nicht mehr das verbindliche Wort Gottes ist und wenn die Gemeinde menschenzentriert gebaut wird. Sondern ebenso, wenn ich die Welt und ihre Gesellschaft verändern will.


Die Gemeinde verfängt sich im Netz der Transformationstheologie

Eine weitere Folge, wenn die Bibel verfälscht wird und gesunde tiefgehende Lehre zu kurz gekommen ist, zeigt sich im Einschleichen der Transformationslehre. Dies kann bewusst oder auch unbewusst geschehen. Wenn eine Gemeinde der Transformationslehre anhängt, dann hat dies eine Weichenstellung zur Folge. In der Transformationstheologie baut die Gemeinde vermeintlich das sichtbare Reich Gottes, und die Welt und die Gesellschaft sollen verändert werden.
Entsprechend müssen die Gemeinde und die Botschaft des Evangeliums angepasst werden, was oben bereits schon erläutert wurde.
Gemeindeglieder werden dementsprechend nicht in einer gesunden Endzeitlehre unterrichtet und auch nicht auf die Entrückung vorbereitet.
Denn wenn erwartet wird, dass die Gemeinde das sichtbare Reich Gottes auf Erden baut, dann ist auch kaum Platz für die Entrückung der Gemeinde.
Aber wenn ein Christ nicht mehr täglich die Entrückung erwartet, dann schleicht sich kein guter Lebensstil ein. Dann besteht auch kein Grund heilig zu leben, damit ich jederzeit bereit bin, dem Herrn zu begegnen.

Wir sollten aber in der Naherwartung Christi leben, denn dies führt dazu, dass wir auch heilig vor Gott leben.

 
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