Not a Fan eine Analyse

Not a Fan - eine Analyse


Seit längerer Zeit haben wir eine so genannte "Not a Fan" - Bewegung. Viele sind davon begeistert, andere sind skeptisch.
Zu dem Hauptthema, dass Jesus Nachfolger will und keine Fans, gibt es einen Film und zwei Bücher; eines davon ist ein Arbeitsbuch.
Die Rezensionen erfolgen der Reihe nach, wie ich den Film gesehen und die Bücher gelesen habe.

Zuerst hebe ich das hervor, was meiner Ansicht nach recht gut ist, denn dadurch das es Gute Dinge drin gibt, macht es umso schwerer die gefährlichen Dinge zu erkennen. Danach soll darauf eingegangen werden, was problematisch ist.

Zu dem Film "not a fan"
Der Film erschien in Kooperation von "SCM Haenssler" und "City on a Hill Productions" im Jahr 2012. Im Januar 2013 erreichte der Film eine 4. Auflage.

Über den Inhalt des Films

Eric ist ein Mann in den besten Jahren, Vater von zwei Kindern und beruflich erfolgreich. Sonntags gibt er sich als guter Christ, der regelmäßig zum Gottesdienst geht, aber am Montag verwandelt er sich wieder in einen knallharten Geschäftsmann, der notfalls auch über Leichen geht. Doch ein schwerer Herzinfarkt, den er nur knapp überlebt, verändert Erics Glauben von Grund auf. Zum ersten Mal in seinem Leben lässt er sich wirklich auf eine Beziehung zu Jesus ein und beginnt ein Leben als echter Nachfolger.
Dieser bewegende Spielfilm erzählt Erics Geschichte im Rückblick und lässt dabei auch immer wieder die Gedanken seines Pastors einfließen, der den Zuschauern die herausfordernde Frage stellt: Bist du nur Fan von Jesus oder ein wirklicher Nachfolger?
(http://www.scm-haenssler.de/produkt/ansicht/not-a-fan-1.html, 02.02.2013)


Das Gute im Film

Es ist wirklich ein guter Film mit klarer Botschaft, täglich sein Kreuz auf sich zu nehmen und Jesus nachzufolgen.

Er macht deutlich, dass es Christen gibt, die sich auf dem schmalen Weg wähnen, aber dennoch auf dem breiten Weg sind und dass es viele sein werden und nicht wenige, die vom Herrn werden hören müssen: "Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!" (Mt 7,22-23).
Weiter wird der Unterschied deutlich, ob man Jesus nur auf den Sonntag beschränkt, oder ob man ihn auch im Alltag Herr sein lässt und auch seinen Lebensstil von Ihm prägen lässt.

Kyle Idleman, Pastor der Southeast Christian Church in Louisville, Kentucky, die mit mehr als 19.000 Mitgliedern hat und Initator der Bewegung "Not a Fan"; will nicht nur ein Fan oder Sympathisant von Jesus sein, sondern auch ein Nachfolger mit allen Konsequenzen.

Jesus hatte immer deutlich gemacht, dass es nicht darum ging, dass viele Menschen nur von Ihm begeistert sind und wenn sie wegen unbequemer Wahrheiten Ihm nicht mehr nachgefolgt sind, dann hat er seine Lehre nicht angepasst, damit sie Ihm weiter nachfolgen.

Auch im Film bekennt Kyle Idleman seine Schuld, dass er "hingegen hatte nach allen Regeln der Marketingkunst Werbung für Jesus gemacht. Er hatte Jesus wie eine Ware angepriesen und die glänzenden Seiten des Christseins betont, anstatt den Menschen zu zeigen, was Nachfolge wirklich bedeutet. Er wollte seine Kirche mit Jesus-Fans füllen, musste aber erkennen, dass Jesus kein Interesse an solchen Fans hat. Was Jesus will, sind hingebungsvolle Nachfolger." (http://www.notafan.de/die-bewegung.html)


Weiterhin wird folgendes im Film deutlich, das positiv erwähnt werden sollte:

  • Dass Jesus Herr ist, soll mehr als nur ein Lippenbekenntnis sein, es muss gelebt werden.
  • Dass es ein zu spät geben kann, wenn man nicht ganze Sache mit Jesus macht und sich von ihm verändert lässt.
  • Wir haben nicht nur die Bibel zu kennen, sondern danach zu leben.
  • Das Ego, das alte Ich, muss täglich sterben.
  • Das Problem der Bekehrung ohne zu sterben, dass man Jesus in seinem Leben nur akzeptiert.
  • Dinge und gute Taten, die wir tun sollen, sollen wir aus Liebe zu Jesus tun, denn der Glaube ohne Werke ist tot.
  • Nicht der breite Weg führt in den Himmel sondern der schmale.



Was mir doch merkwürdig vorkommt

Zunächst zwei Fragen.
Im Film heißt es, dass "die Liebe den Unterschied zwischen Fan oder Nachfolger macht". Ist es wirklich das Einzige?

Weiter soll Jesus gesagt haben "wenn Du den Bedürftigen hilfst, dann hilfst Du mir". Hier denke ich, dass dies mit der Bibelstelle aus Mt 25,45 verwechselt wird, wo die Christen, die Geringsten, als dritte Gruppe angesprochen werden. Den Bedürftigen sollen wir natürlich in ihrer Not helfen. Nicht weil wir damit Jesus helfen, sondern damit wir sie persönlich mit dem Evangelium erreichen können.

Gegen Ende des Films kommt zwar bei der Beerdigungsfeier rüber, dass viele Menschenleben durch Erik verändert wurden, weil er sich komplett auf Jesus Christus einließ. Erik wurde durch Zeugnisse gelobt, aber es taucht nie darin auf, dass sie Jesus Christus dankbar sind. Auch kommt es nicht wirklich rüber, dass sie dadurch zu Jesus Christus gefunden haben und durch Ihn verändert wurden. Hier wurde Jesus nicht die Ehre gegeben, sondern einem Menschen. Dies verbunden mit der Frage wie viel Menschenleben wir verändern könnten, wenn wir uns ganz auf Jesus einlassen.

Das hört sich natürlich wiederum nach einem sozialen Evangelium an, wenn nicht die Aufforderung wäre, persönlich ganze Sache mit Jesus Christus machen.

Was ich absolut vermisst habe, ist die Buße und die Bitte um Vergebung. Erik hat seinen Lebensstil geändert und sein bisheriger tut ihm wohl leid. Aber es kommt nirgendwo vor, dass er Buße über sein bisheriges Leben getan hätte.

Insgesamt wäre es absolut wert, dass dieser Film genau denen gezeigt wird, die Jesus nicht in ihrem Leben hinein lassen, die sich noch auf dem breiten Weg befinden und denken sie, wären gerettet, wenn es da nicht schwerwiegende Ungereimtheiten in den nachfolgenden Büchern geben würde. Also kann man den Film nur Menschen mit der Einschränkung zeigen, dass sie auch weiterhin durch reife Christen begleitet werden.


Zu dem Arbeitsbuch "not a fan. Nachfolge leben"
Nun komme ich zu dem "Not a Fan - Arbeitsbuch" und möchte mich an dieser Stelle bei Elke Kamphuis für ihre unterstützenden Kommentare bedanken. Elke Kamphuis war früher Esoterikerin und ist mit ihrem Ehemann Martin unterwegs um Fachvorträge zum Thema Esoterik und Buddhismus zu halten. (Mehr Informationen unter: http://www.gateway-ev.de)

Das Arbeitsbuch "not a fan. Nachfolge leben" erschien in Amerika im Jahr 2010 und hier in Deutschland 2012. Dieses Impulsbuch soll dazu verhelfen, für sich selbst zu Entscheiden, ob ich nur ein Fan von Jesus bin oder ein echter Nachfolger. Dieses Arbeitsbuch ist gedacht für Hauskreise, Jugendgruppen und den persönlichen Gebrauch.

Zuerst möchte ich erneut die Punkte hervorheben, die ich als Positiv erachte, dass
diese angesprochen werden:

  • Wir sollen nicht lau sein.
  • Wir sollen täglich auf Neue unser Kreuz auf uns nehmen.
  • Dass wir Jesus nachfolgen sollen, auch wenn es uns nicht immer gefällt, was Er uns zu sagen hat.
  • Wir sollen sich ihm und seiner Botschaft nicht schämen.
  • Wir sollen eine lebendige Beziehung zu Jesus haben und uns von Ihm verändern lassen.
  • Es wird unvergebene Schuld angesprochen oder die Bitterkeit, weil andere Menschen an einem schuldig geworden sind.
  • Keine Sünden verharmlosen.
  • Sind uns die Worte Jesu wichtiger als die Anweisungen von Irgendjemandem?
  • Wir sollen uns zu unserem Bekenntnis zu Gott vor anderen Menschen stellen.
  • Der Glaube an Jesus kann etwas kosten wie Geld, Zeit, Ansehen, Erfolg oder Freundschaften.
  • Wenn wir andere Menschen für Jesus gewinnen wollen, dann sollen wir die Nachfolge nicht so reizvoll und attraktiv wie möglich klingen lassen.
  • Nachfolge kann Schwierigkeiten und Gefahren mit sich bringen.
  • Es werden nicht alle in den Himmel kommen die "Herr Herr" zu Ihm sagen, sondern die den Willen des Vaters im Himmel tun.
  • Die enge Pforte und der schmale Weg führen zum Leben und die breite Straße führt zur Hölle.

Auch gibt es kein Wohlstandsevangelium. In Woche 4, Tag 3, auf Seite 85 können wir lesen:
Jesus hat uns nie versprochen, dass wir auf dem Weg der Nachfolge von Problemen, Angriffen und Schicksalsschlägen verschont bleiben würden. Kannst du dir vorstellen, zu deinem Glauben zu stehen, auch wenn es richtig schwierig oder zumindest unangenehm für dich werden sollte? Und was könnte dir dabei helfen?


Zum Problematischen

Auch wenn alles so positiv erscheint, so erhält das Ganze einen faden Beigeschmack durch gravierende Punkte die jetzt angesprochen werden sollen. Und als erstes wären es Beispiele für ein Visualisieren. Visualisationstechniken sind aus dem Schamanismus und anderen heidnischen und magischen Kulten oder Religionen.


Beispiel 1:

"In der Bibel offenbart sich Gott auch immer wieder durch Träume. Fändest du es spannend, wenn Jesus in deinen Träumen vorkommen würde? Wenn du magst, bitte ihn doch einfach mal, dir im Traum zu begegnen oder durch Träume zu dir zu sprechen." (Impuls von Woche 1 Tag 4; S.27)

Der Gebetsvorschlag auf der gleichen Seite lautet wie folgt:

"Jesus, danke, dass du immer bei mir bist. Bitte hilf mir, deine Gegenwart noch intensiver wahrzunehmen und dich immer besser kennenzulernen. Ich lade dich ein, mir auch nachts in meinen Träumen zu begegnen und dadurch meine Beziehung zu dir zu intensivieren. "


Kommentar:

Wir können Jesus nicht durch Träume besser kennen lernen, sondern nur durch sein Wort aus der Bibel und einem dementsprechenden Leben. Auch wenn Jesu vielleicht einmal durch einen Traum etwas deutlich machen kann, ist das die große Ausnahme. Leider hinkt man auch in diesem Bereich (Traumdeutung) der Esoterik hinterher.

Auch ist die Gefahr sehr groß, dass ich nicht mehr nur von Jesus träume, weil ich es mir sehr wünsche, sondern das sich ein Geist der Finsternis in meinen Träumen manifestiert, der sich als Jesus ausgibt und der dann anfängt mich zu lenken.


Beispiel 2:

Schließ die Augen und stell dir bildhaft vor, wie die Liebe zu Jesus in dir brennt und dich selbst und deine Mitmenschen wunderbar erwärmt - vielleicht wie ein glühender Lavastrom, der aus deinem Herzen quillt, oder wie ein Feuerwerk, das aus deiner Seele sprüht (Wenn du gerne kreativ bist, kannst du dieses Bild auch malen oder ein Gedicht dazu schreiben.)
(Impuls von Woche 1 Tag 6; S.31)


Kommentar:

Auch das Visualisieren ist ein sich selbst etwas vormachen. Wer sagt denn, dass
Jesu Feuer wirklich in mir brennt? Vielleicht koche ich ja sozusagen auf kleiner
Flamme.


Beispiel 3:

In der Woche 2 Tag 4 auf Seite 46 wird mit Johannes 8,33+34 schon richtig angesprochen das jeder der sündigt ein Sklave der Sünde ist. Aber wir sollen wahre Freiheit finden wenn wir als Sklaven Christi leben.
Dann sollen die Leute aufschreiben, ob es irdische Dinge im persönlichen Leben wie Erfolg, Spaß, Beliebtheit, Erfolg, Beziehung und anderes mehr gibt, die einen versklaven. Bis dahin ganz okay, bis zur folgenden Frage auf der nächsten Seite:

Was bedeutet es für dich, als »Sklave Jesu Christi« zu leben? Und wie geht es dir mit dieser Formulierung? Fändest du einen anderen Ausdruck passender?


Kommentar

Der Text impliziert etwas Negatives. Die Sklaven zurzeit Jesu waren nicht grundsätzlich in schweren Ketten. Sie dienten häufig dem König und hatten hohe Positionen (s. Josef und Daniel). Sie waren zwar Gefangene, die nicht einfach tun und lassen konnten was sie wollten und hatten sich unbedingt dem Willen des Herrschers unterzuordnen, aber häufig waren sie auch angesehene Leute. Ein Sklave Christi zu sein, bedeutet, völlige Unterordnung und wohl auch die Identifikation mit dem Willen des Herrschers.


Der Gebetsvorschlag an sich ist gut

Jesus, danke, dass ich durch dich die wahre Freiheit erleben darf. Ich möchte alle weltlichen Abhängigkeit aufgeben und mich allein an dich binden. Denn nur in dir ist Freiheit.

Aber der Impuls, der erneut ins Visualisieren geht, ist schlecht.

Schließ die Augen und versuche dir vorzustellen, wie du mit schweren Ketten an die oben notierten Dinge gebunden bist. Dann lass zu, dass Jesus diese Fesseln löst und dir die eisernen Ketten abnimmt. Spüre diesem Gefühl der Freiheit nach.

Das widerspricht auch der Aufforderung in den neutestamentlichen Briefen, dass wir in dem Heiligungsprozess aktiv mit Ablegen beteiligt sind (siehe Jak 1,21; Röm 13,12-14; Kol 3,8; Hebr 12,1; 1Petr 2,1-2).


Beispiel 4:

Denke an die unaufgeräumten »Schmuddelecken« in der Wohnung deines Herzens, an den dunklen Keller oder das verschlossene Zimmer, in das du schon lange nicht mehr hineingeschaut hast. Jesus möchte mit seinem Licht in alle Winkel deines Herzens hineinkommen. Stell dir vor, wie du ihm die Tür öffnest und ihm freien Zutritt gewährst. (Impuls von Woche 6 Tag 1; S.121)

Kommentar:

Ich lasse Jesus einfach rein, ohne selber auszuräumen. Erstmal sollten wir uns Zeit nehmen und vielleicht die Dinge aufschreiben und im Gebet bekennen, die in unseren dunklen Schmuddelecken liegen. Das ist nämlich genau unsere Sache, dass wir bekennen! Dann können wir ihn bitten, hineinzukommen (ohne uns das vorzustellen).



Beispiel 5:

Schließ die Augen und stell dir vor, wie Jesus seine Hand nach dir ausstreckt und du deine Hand vertrauensvoll in seine legst. Spüre diesem Gefühl der Vertrautheit nach.
(Impuls von Woche 6 Tag 5; S.129)

Kommentar:

Der Zeitgeist, der uns sagt, du musst nicht mehr nur im Glauben leben, sondern du kannst schon Schauen, ist in diesem Buch schon ziemlich präsent. Paulus sagt aber, dass wir noch nicht im Schauen leben. Wir können und dürfen Jesus nicht für uns verfügbar machen.


Beispiel 6:

»Nachfolge ist Leben Seite an Seite, Herz an Herz mit Jesus.« So steht es im Vorwort dieses Buches. Schließ die Augen und stell dir vor, wie du Seite an Seite mit Jesus durchs Leben gehst. Wenn du willst, leg eine Hand an deinen Puls und fühle den Rhythmus deines Herzschlags. Stell dir vor, dass dein Herz im Gleichklang mit dem Herzen Jesu schlägt.
(Impuls von Woche 6 Tag 7; S.133)

Kommentar:

Auch hier wieder die Verfügbarkeit über Jesus in der Visualisation. Solche Dinge sind grundsätzlich abzulehnen. Von Herz zu Herz, hört sich sehr gefühl- und liebevoll an. Wo bleibt aber die Erkenntnis, ohne Jesu Weisung durch sein Wort, werde ich auf der Strecke bleiben?


Abschluss zu diesen Beispielen:

Wenn du anfängst, dir Jesus zu visualisieren, beginn0st du schon, dir deinen eigenen Wunsch-Jesus zusammenzubasteln. Wir sollen uns kein Bild machen, heißt es in der Bibel. Auch wenn das früher eine materielle Götzenfigur war, ist es heute ein inneres Bild. Damit öffnest du dich für den Empfang dieser Bilder, die dir dann auch ganz schnell von Satan gegeben werden können, z.B. auch in Träumen. Ich würde es Gott überlassen, wie er zu mir spricht. Darin zeigen sich ja mein Vertrauen und mein Glaube. Dies kann eben durch das Bibellesen passieren oder durch eine Predigt die aus dem Wort Gottes kommt.

Denn die Heilige Schrift selbst ist in sich abgeschlossen (1Kor 13,9-10) und in dem Herrn Jesus Christus sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen (Kol 2,2-3). So gibt es keine neuen Offenbarungen, Prophetien oder Weissagungen.


Weitere Problempunkte

Es werden auch Bibelstellen aus ihrem Zusammenhang genommen, um sie dorthin einzusetzen, wie es gerade passt. Die Geringen aus Mat. 25,40 werden mit dem Nächsten, den wir lieben sollen, verglichen.

Gleich in Woche 1 Tag 2 werden die Bibelstelle aus Jeremia 29,11, die für das Volk Israel bestimmt war, den neutestamentlichen Gläubigen zugesprochen. Darin heißt es:

»Denn ich weiß genau, welche Pläne ich für euch gefasst habe«, spricht der Herr. »Mein Plan ist, euch Heil zu geben und kein Leid. Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung.«

Hier war ein Gericht Gottes an seinem Volk ergangen, weil sie Götzendienst betrieben hatten. Sie wurden aufgefordert, sich 70 Jahre unter die Herrschaft Babels zu stellen. Das bedeutet, dass Buße und Umkehr nötig war. Dieser Aspekt wird zu gerne außen vor gelassen.

Auch der Impuls auf Seite 23, ebenfalls Woche 1 Tag 2, ist fragwürdig. Dort heißt es:

Versuche immer wieder, ganz bewusst die Verantwortung für dein Leben an Jesus abzugeben. Denn Gott hat einen wunderbaren Plan für dich.

Es ist nicht in Ordnung, dass hier aufgefordert wird, die Verantwortung für sein Leben immer wieder bewusst in Gottes Hand zu geben. Das kann dazu führen, dass Menschen keine Verantwortung mehr für ihr eigenes fleischliches Handeln übernehmen. Wir haben auch Gott gegenüber Verantwortung für unser Handeln und unser Leben. Hier ist der Einfluss des Zeitgeistes zu erkennen, der immer nur sagt: Gott liebt dich, aber nicht mehr davon ausgeht, dass Gott uns auch zur Verantwortung zieht.
Das Volk Israel hat sich mit all seinem Tun auch immer vor Gott sicher gefühlt und nicht mehr die Verantwortung für ein gottgemäßes Handeln übernommen. Die Folge war: 70 Jahre in babylonischer Gefangenschaft.


Abschluss

Das ganze Arbeitsbuch hindurch sollen wir Jesus besser kennen lernen. Aber was absolut zu vermissen ist, dass es heißt, dass wir Ihn und sein Wort besser kennen lernen sollen, denn nur darin bekommen wir Weisung für unseren Alltag. Und es scheint mir persönlich so, als würden so manche Bibelstellen als Unterstützung herangezogen, aber sonst wird der Herr Jesus vom Wort Gottes der Bibel getrennt.

Und es stellt sich mir die Frage, ob ich einem anderen Jesus, den ich durch Träume und Visualisieren kennengelernt habe, auf einem vermeintlichen schmalen Weg folgen kann.



Zum Lesebuch not a fan
Das Lesebuch ist in Amerika im Jahr 2011erschienen und hier in Deutschland 2013.


Folgende Punkte sind recht gut:

  • Die herausfordernde Frage: „Wo wir die Ewigkeit verbringen?“ Was,wenn es wirklich Himmel oder Hölle geben würde.
  • Fans von Jesus wissen alles über ihn, aber sie kennen Ihn nicht zutiefst und haben auch keine enge Beziehung zu Ihm.
  • Es gibt keinerlei Wohlstandsevangelium. Eher im Gegenteil. Er spricht sich gegen die Predigten aus, die nur das Positive und das Schöne hervorheben.
  • Jesus nachfolgen und das alte Leben aufgeben, wohin es auch geht, kann auch bittere Konsequenzen haben. Auch wenn es Unbequemlichkeit,Gefängnis, Folter und sogar den Tod bedeuten würde.
  • Man muss sich heute entscheiden, Jesus in jedem Bereich seines Lebens konsequent nachzufolgen und es nicht aufzuschieben.
  • Sich selbst prüfen, ob man wirklich auf dem schmalen Weg oder auchlauwarm ist.
  • Das Leben soll auch den Glauben widerspiegeln. Entsprechend ist Glaube mehr als ein Gefühl, er hat auch mit Taten zu tun.
  • Die Einstellung "Was kann ich für Jesus tun?" ist besser als die Konsummentalität "Was kann Jesus für mich tun?"
  • Nach Römer 3,23 sind wir alle Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte.
  • Die Konsequenzen einer Kuscheltheologie, wenn bei Evangeliumsverkündigung nur das Schöne verkündigt wird, aber nicht das Unangenehme, wie das Kreuz täglich auf sich zu nehmen.
  • Der Herr Jesus soll auch Herr über unseren gesamten Besitz sein und nichts soll in unserem Herzen den Platz Jesu streitig machen und zum Götzen werden.
  • Sich selbst verleugnen wird groß geschrieben.
  • Durch z.B. nur im Glauben aufgewachsen zu sein, kann man eine falsche Gewissheit haben, erlöst zu sein.
  • Es wird Matthäus Kapitel 25 Vers 12 angesprochen und ermahnt, dass Jesus nicht wegen fehlender Beziehung sagen muss: "Ich kenne Dich nicht".


Folgende Punkte halte ich für bedenklich:

In dem Buch wird es zwar betont, dass es wichtig ist Jesus zu kennen, aber als Beispiel anhand der Pharisäer, die zwar die Schrift sehr gut kannten aber Jesus nicht, kommt Bibelkenntnis etwas negativ herüber.

Er wendet sich gegen von Menschen gemachte Regeln in der Gemeinde, wo man Gott gefallen möchte (das sind dann auch Fans) und sie vergessen die Menschen um sie herum; z.B. Einsatz für die Obdachlosen. Aber anderseits liest es sich so, als sollte es keine Regeln in der Gemeinde mehr geben.

"Es gibt keine Vergebung ohne Umkehr. Es gibt keine Erlösung ohne Lebensübergabe". So heißt es auf Seite 41. Aber es kommt mir so vor, dass so manche Leute umgekehrt sind, ohne Buße getan zu haben. Entsprechend fehlt bei den Lebenszeugnissen von Christen, die erklären warum sie keine Fans von Jesus sind, die Buße über ihren bisherigen Lebenswandel.

Es werden auch Menschen mit Fans verglichen, die eine Entscheidung Jesus konsequent nachzufolgen, immer wieder hinaus gezögert haben und sich nicht bekehrt haben.

Der Begriff Fans wird auch für diejenigen verwendet, wo man noch differenzieren muss, ob jemand jung und unreif im Glauben ist, sich aber dennoch bekehrt hat oder ob jemand wirklich lauwarm ist und nur halbe Sache mit Jesus macht.

Dinge, die zum Reife- und Wachstumsprozess eines Christen gehören und noch nicht sehr ausgeprägt sind, werden pauschal mit Fan-Sein gleichgestellt, so als wäre derjenige nicht bekehrt. Als da wäre z.B. sich im Reich Gottes einzusetzen, Entscheidungen im Sinne Gottes treffen, Jesus zutiefst kennen, Dinge die zum alten Leben gehören hinter sich lassen, lernen, was es bedeutet ein Sklave Christi zu sein.

Als Bibelübersetzung wurde die "Hoffnung für Alle" genommen. Dadurch werden so manche Bibelstellen mangelhaft nicht im richtigen Kontext ausgelegt oder sie passen nicht, bzw. sie werden dem Thema angepasst.


Extrem problematisch ist aber Folgendes:

Ab der Seite 122, schreibt Kyle Idleman von einer geistlichen Atemübung, die er von Bill Bright gelernt hat. Dass auch der Bill Bright gemeint ist, der der Gründer von Campus für Christus ist, wird im Buch im Bereich der Quellenangabe angezeigt und das er für ihn ein Held ist auf Seite 195.

Schauen wir uns seinen "Helden" einmal näher an. Interessant ist, dass Bill Bright auch Empfänger des Templeton-Preises für den Fortschritt der Religionen ist, den er in einer katholischen Kirche in Rom ausgehändigt bekam. Benannt wurde dieser Preis nach dem bekannten und erfolgreichen Wall-Street- Manager Sir John Marks Templeton.

Dave Hunt schreibt in seinem Buch "Die Okkulte Invasion" zu Templeton:

"Templeton ist Evolutionist, Pantheist, Universalist und Okkultist, der den Gott der Bibel und Christus als einzigen Erretter ablehnt und behauptet, Himmel und Hölle seien Bewusstseinszustände, die wir hier auf der Erde erschaffen, Wahrheit sei relativ und der christliche Glaube habe keine Bedeutung mehr." (Dave Hunt, Die okkulte Invasion - Die unterschwellige Verführung von Welt und Christenheit, Christliche Literatur-Verbreitung Bielefeld, 33661 Bielefeld, S.103)

Mehr zu haarsträubenden Einzelheiten kann man über Templeton in dem angegebenen Buch ab Seite 103 und 531 erfahren. Zum Templeton-Preis, sowie zu Bill Bright muss aber nochmals Dave Hunt zitiert werden

"Der Gedanke des »Fortschritts in Religion« an sich verleugnet das Evangelium Jesu Christi. Weder ist Christentum eine Religion noch ist es einer fortschreitenden Entwicklung unterworfen. Jesus Christus ist »derselbe gestern, heute und in Ewigkeit« (Hebr 13,8). Christentum pflegt auch keine freundliche, ökumenische Beziehung zu den anderen Weltreligionen; vielmehr tritt sie ihnen als Erfindungen Satans gegenüber. Wir Christen sollen für den »ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben kämpfen« (Jud 3). Jeder wahre Christ sollte sich kompromisslos gegen Templetons neuheidnische Auffassungen und den von ihm verliehenen Preis aussprechen.
Offensichtlich wäre es unaufrichtig, den Templeton-Preis anzunehmen, wenn man nicht in völliger Übereinstimmung steht mit seinen Zielen und zugrunde liegenden Überzeugungen. Gerade die Annahme des Preises ist eine Bestätigung all dessen, was der Preis repräsentiert. Kein evangelikaler Preisträger kann sich mit Unwissenheit entschuldigen, denn Templetons neuheidnische Ansichten werden seit vielen Jahren durch Publikationen weit verbreitet. Doch Billy Graham (1982), Charles Colson (1993) und Bill Bright (1996) haben diesen Preis angenommen und sich so mit hinduistischen, buddhistischen und muslimischen Empfängern verbunden.
Versuchen Sie sich einmal vorzustellen, Elia würde von den Propheten des Baal mit einem Ökumenepreis ausgezeichnet oder Paulus von den heidnischen Priestern seiner Zeit! " (Dave Hunt, Die okkulte Invasion - Die unterschwellige Verführung von Welt und Christenheit, Christliche Literatur-Verbreitung Bielefeld, 33661 Bielefeld,S.534)

In dem Buch von Kyle Idleman lesen wir nun folgendes auf den Seiten 122-124 zu
den geistlichen Atemübungen:

 Von Bill Bright habe ich gelernt, ein Nachfolger Jesu zu werden, der mit dem Geist erfüllt ist. Er lehrt eine geistliche Übung, die er „Geistliches Atmen" nennt. Dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass du dir in jedem Augenblick die Gegenwart des Geistes bewusst machst, bis es für dich genauso natürlich und selbstverständlich wird, im Geist zu leben, wie zu atmen. Es ist einfach ein Teil deines Lebens. Das Ganze funktioniert folgendermaßen:
In dem Moment, in dem dir in deinem Leben eine Sünde bewusst wird, atmest du aus. Wenn du ausatmest, wendest du dich von deiner Schuld ab. Die Umkehr wird zu einer natürlichen Reaktion und schafft Platz in unserem Herzen, damit der Geist uns erfüllen kann. In dem Augenblick, in dem dir bewusst wird, dass du stolz, eifersüchtig, habgierig, egoistisch, ungeduldig bist, atmest du aus und wendest dich von deiner Sünde ab.


Sowie ein paar Sätze weiter nach einer Illustration

Wenn der Heilige Geist einzieht und in uns wohnt, solltest du immer mehr feststellen, dass für dich immer weniger Platz ist. Und langsam stellst du fest, dass dein Stolz, deine Ungeduld, dein Egoismus, deine Habgier nach und nach von den Wänden genommen und zur Tür hinausgetragen werden. Du atmest aus, und dabei machen die Dunkelheit und der Müll in dir Platz, der mit dem Heiligen Geist gefüllt werden kann. Dann atmest du ein. Dabei betest du, dass dich der Geist erfüllt und dass du ihm die Kontrolle übergibst. Wenn du diese geistliche Atemübung praktizierst, lernst du, mit dem Geist zu leben. Nachfolger Jesu leben in dem ständigen Bewusstsein, dass der Geist in ihnen lebt, und mit dem unablässigen Gebet, dass sie mit seiner Macht erfüllt werden.

Zunächst wird impliziert das wer diese geistlichen Übungen nicht macht, der ist auch
nicht wirklich mit dem Heiligen Geist erfüllt. Dies kommt auch in dem eBook von Bill
Bright vor wo es heißt:

"Sie können dieses fleischliche Christsein ablegen und ein vom Heiligen Geist erfüllter Christ werden, wenn Sie im Glauben geistliches Atmen praktizieren." (Bill Bright, Beständiges Leben im Heiligen Geist – Wie lernt man das? Ein eBook von Campus für
Christus. Download unter: www.cfc-verlag.de, S.9)



Und wenige Sätze weiter, nachdem er darüber schreibt, dass es zum Unglauben gehört, gewisse Verheißungen wie 1Joh 1,9; 1Kor 10,13; Röm 14,23 nicht für sich in Anspruch zu nehmen, heißt es:

"Wenn Sie aufhören, geistlich zu atmen, werden Sie wieder fleischlich werden. Sie werden nicht dadurch fleischlich, dass Sie eine Sünde oder ein Dutzend oder hundert Sünden begehen - vorausgesetzt, dass Sie aufrichtigen Herzens das geistliche Atmen praktizieren. Sie werden erst dann fleischlich, wenn Sie eine Gesinnung des Unglaubens aufkommen lassen und es ablehnen, geistlich zu atmen." (ebd. S.9)


Wer sich näher mit der Praxis dem Geistlichen Atmen beschäftigt, wird herausfinden
dass diese Praxis aus der Esoterik kommt und das es sich im Endeffekt um "christliche Zauberei" handelt.

Es ist wie in der klassischen buddhistischen Meditationslehre, wo man ähnlich wie beim Mantra, eine Wirkung durch ständiges Rezitieren erzielen soll.
Wenn ich so einfach meine Sünden ausatmen und den Heiligen Geist einatmen könnte wäre es gut. Die Bibel sagt uns aber, dass wir nur dann für den Heiligen Geist Raum schaffen, wenn wir unsere Sünden bekennen (1Joh. 1,9) und ein geheiligtes Leben führen.
Die Bibelstelle aus 1Joh. 1,9 wird von Bill Bright zwar auch zitiert, aber dabei bleibt es ja nicht stehen. Sondern mittels Technik soll ich sündhaftes Verhalten loswerden.
Dies wird aber solange ich hier auf Erden bin nicht möglich sein, denn in meinem Fleisch wohnt nichts Gutes. Auch heißt es im Galaterbrief Kapitel 5, dass das Fleisch gegen den Geist streitet. Und dies wird nicht aufhören, bis wir im Himmel sind.
Die Mystiker aber versuchen täglich ihr Fleisch durch Werke abzutöten, so dass sie denken, dass sie den Zustand der Sündlosigkeit schon hier auf Erden herbeiführen könnten.

Auch arbeitet beim Geistlichen Atmen nicht der Heilige Geist an mir und bewirkt die Heiligung und das Wachstum in der Abhängigkeit zu Jesus Christus, sondern ich selber mit geistlichen Übungen, indem ich den Heiligen Geist als Kraft für mich verfügbar machen will.
Es heißt aber, dass der Geist weht, wo er will. Und da der Heilige Geist sich nicht  kommandieren lässt, kann ein falscher Geist seinen Platz einnehmen, der vorgibt der Heilige Geist zu sein.

Weiter habe ich hier das Problem, dass ich durch Technik so gut wie ohne Sünde sein will und denke, ich könnte den alten Menschen absterben oder sogar ganz verschwinden lassen. Aber der Kampf zwischen Geist und Fleisch wird man nicht hier auf Erden beenden können, so wie es die Mystiker durch gezielte Übungen versuchen.

Da eine Analyse dieser geistlichen Übung eine Abhandlung für sich wäre, möchte ich dazu keine weiteren Ausführungen machen. Wichtiger ist, dass durch diese geistliche Übung einige Aussagen in diesem Buch eine ganz neue Bedeutung erhalten:

Auf Seite 115 erklärt Kyle Idleman, das Fans aus eigener Kraft Jesus nachfolgen wollen. Und folgendes Zitat ist auf Seite 119 in fett gedruckter Schrift geschrieben:

"Fans haben zwar vielleicht die Gabe des Heiligen Geistes empfangen, aber sie sind
nicht vom Heiligen Geist erfüllt."


Kurz vor der Anweisung mit der Übung wird als Unterstützung Galater 5,25 zitiert:

"Durch Gottes Geist haben wir neues Leben, darum lasst uns jetzt auch unser Leben in der Kraft des Geistes führen!"

Hingegen heißt es in der Schlachter 2000:

"Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln."

Auf Seite 124 schreibt Kyle Idleman dann abschließend:

"Fans werden das anfangs wahrscheinlich als unnatürlich empfinden."

Diese beiden Zitate implizieren, dass, wenn ich kein Fan sondern ein Nachfolger Jesu werden will, ich auch dieses Geistliche Atmen praktizieren muss.

Er lehrt auch, dass die "geistliche Faulheit" eine der Todsünden darstellt. Die Lehre über die sieben Todsünden ist aber eine Erfindung der Katholischen Kirche und findet sich nirgends in der Bibel. Diese Faulheit übersetzt er weiter mit "Trägheit des Herzens" und zieht dies mit der Stelle aus Offenbarung 2,4-5 gleich, wo die Gemeinde die erste Liebe zum Herrn verlassen hat. Dies überträgt er weiter auf den einzelnen Gläubigen. Die Schlussfolgerung, die der Leser ziehen muss ist, wenn ich die erste Liebe zu Jesus wieder haben will, dann brauche ich das "Geistliche Atmen". Dadurch erhalte ich auch wieder Kraft vom Heiligen Geist, um die Liebe zu Jesus neu zu entfachen, mit Bibel lesen, Lobpreismusik zu hören und dabei mitzusingen oder zum nächsten Gottesdienst rechtzeitig aufzustehen.
Die Dinge (außer Lobpreismusik) gehören zum Christsein und sind wichtig, aber die Methode, um dahin zu kommen, ist eben fragwürdig.

Wenige Seiten vor den Atemübungen auf Seite 117 beschreibt er eine fiktive Begegnung mit David, Mose und Elia im Himmel und wir würden sie fragen wie es war, Gottes Stimme zu hören und gigantische Wunder zu tun. Sie würden uns lieber fragen, wie es war, als der Heilige Geist uns Kraft gab, als wir schwach waren, uns Kraft gab, Sünde in unserem Leben zu überwinden oder wie es war "...wenn der Heilige Geist dich führte, wenn du nicht wusstest, was du tun oder wohin du gehen solltest?"
Indirekt wird hier impliziert das David, Mose und Elia nicht mit dem Heiligen Geist
gesalbt gewesen waren.


Fazit zu diesem Buch

Christen, die noch jung im Glauben oder unreif sind, können sehr verunsichert werden, ob sie wirklich wiedergeboren sind oder nicht. Sie werden dann bezüglich des geistlichen Atmens verunsichert werden und sich auf diese Übung einlassen, weil sie doch die Kraft des Hl. Geistes haben wollen.

Für reife Christen kann es zur Herausforderung werden, sich selbst anhand der Bibel zu prüfen. Auch findet sich eine Fülle von Illustrationen von Begebenheiten aus dem Alltag, die man gut gebrauchen kann.


Abschluss für alle Drei
Diese Ausarbeitung beansprucht nicht vollständig zu sein oder ausreichend tiefgehende theologische Problematik aufgezeigt zu haben. Sicher wird der eine oder andere Fachtheologe noch mehr herausholen können.

Was mir persönlich bei allen Dreien (Film und Bücher) fehlt, ist eine Abhandlung,

  • dass Jesus der einzige Weg zum Vater ist und
  • die Notwendigkeit der Buße und nicht nur pauschal das Thema Schuld.

Ein neues esoterisches Christentum?

Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie wollen mit dem Reiseschiff wegfahren. Sie kommen auch gut am Hafen an. Das Schiff sieht Außen und Innen so aus wie es im Reiseprospekt gezeigt wird. Und wie angekündigt, werden Sie von einem netten Reisebegleiter, dessen Foto sie bereits schon auf der Titelseite des Prospektes angelacht hat, herzlich empfangen. Die Reise beginnt, es geht Ihnen gut und bis auf wenige Abweichungen vom Inhalt des Reiseprospektes, erleben Sie eine tolle Schifffahrt. Eines Morgens gehen Sie an Deck und stellen fest, dass Sie nicht dort sind wo Sie eigentlich hinwollten.

Was war passiert?

Im Hafenbereich sind Sie auf einen falschen Weg zu einem anderen Pier umgeleitet worden. Das Schiff auf dem Sie gelandet sind ist das Schwesterschiff des Schiffes auf das Sie ursprünglich wollten. Sie sehen sich bis auf den Namen, auf den Sie nicht mehr geachtet hatten, also ähnlich. Und auf diesem Schwesterschiff hat der Zwillingsbruder des netten Reiseleiters, den Sie eigentlich erwartet haben, die Leitung.

Was hat dies mit "not-a-fan" zu tun?

Definitiv ist es leider so das wir die Problematik haben, das etwa 94% der "not a fan-
Thematik" recht gut ist, aber zu den restlichen Prozent auch Esoterik gehört. Kann es also sein, dass so mancher gläubige Christ durch dieses Quäntchen Esoterik auf einen falschen Weg geleitet wird?

Ich denke da an folgende Ausführung von Werner Fürstberger:

"Mit der Aussage Jesu Christi in Mt 24,24, dass durch die Wunder und Zeichen der falschen Propheten wenn möglich sogar die Auserwählten verführt werden können, wird weithin die Meinung verbunden, die Auserwählten seien ein für allemal jeglichem Verführungseinfluss entzogen. Diese irrige Ansicht führt zu falscher Selbstsicherheit und zu Leichtfertigkeit den verführerischen Mächten und Kräften gegenüber, ja, zum Selbstbetrug, weil die gebotene Wachsamkeit nachlässt und die Prüfungspflicht vernachlässigt wird. Zudem wären alle warnenden und ermahnenden Stimmen der Apostel überflüssig. Ich stelle darum die etwas provozierende Gegenfrage: Könnte nicht durch die biblisch vorausgesagte große Verführung am Ende der Tage und durch den bereits erwiesenen Abfall vieler erst offenbar werden, wer wirklich zu den Auserwählten gehört?" (http://www.l-gassmann.de/webdisk/files/BilderZeitschirften/ Komm/957%20Komm_44%20Zeitgerechte%20Konsequenz%20.pdf, S.3)


Man hat das richtige Evangelium gehört und hat auch angefangen dem richtigen Jesus Christus nachzufolgen. Aber man lässt sich auf einen falschen Geist ein, der einem dann vorgaukelt das man auf dem schmalen Weg ist und eine tiefe Beziehung zu Jesus Christus hat, der aber einen falsch geleitet hat. Man nimmt dann täglich sein (falsches) Kreuz auf sich und folgt einem anderen Jesus nach.

Ist dies möglich? Nach 2Kor 11, 4 - Ja!

Wenn ja, dann sollte uns diese Erkenntnis in tiefste Demut führen und in Liebe um diejenigen ringen, die sich in die Lügen des Lichtengels verstricken (Jud 1,22-23).

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Juli 2017