Bedeutung

Teil 2: Wesen und Bedeutung einer zukünftigen Hausgemeinde


I. Der „Untergrund“


„Die Gemeinde darf nicht in den Untergrund gehen. Das ist nicht der biblische Weg“. So drückte es einmal jemand aus.

Was bedeutet eigentlich „Untergrund“?
Es befindet sich etwas unter der Oberfläche und ist noch nicht direkt ersichtlich.

Und zum Begriff „Untergrundkirche“ finden wir:
Als Untergrundkirchen (selten: Geheimkirchen) werden christliche Kirchen bezeichnet, die auf Grund staatlicher oder religiöser Repression und Verfolgung dazu gezwungen sind, sich im Geheimen und in Privathäusern zu Gottesdiensten und Versammlungen zu treffen. Ein Beispiel hierfür ist das frühe Christentum, das zur Zeit seiner Verfolgung durch die Römer eine Untergrundkirche war. Auch die französischen Hugenotten und die Böhmischen Brüder konnten sich nach Beginn der Verfolgungen nur noch in Form von Untergrundkirchen organisieren. Zur Zeit des Kommunismus nach 1945 gab es in den osteuropäischen Staaten ebenfalls heimlich agierende christliche Glaubensgemeinschaften, die sich dem staatlich verordneten Atheismus widersetzten.


Weiteres zum Begriff „Untergrundgemeinde“:
Geheime Versammlungen der Täufer. In geheimen Versammlungen, etwa in Wäldern, Berghöhlen, Scheuern oder Kellern trafen sich diese informellen Täufer-Gemeinden regelmäßig zu Gottesdiensten. Mitteilungen über Treffpunkte und Versammlungstermine wurden den einzelnen Täufer-Familien dabei über ein Netz von geheimen Boten kommuniziert. Die Verstreuung der Gemeindeglieder über relativ große Entfernungen und das beständige Erfordernis strenger Geheimhaltung erschwerte immer wieder den Zusammenhalt der kleinen Täufer-Gemeinden.

Zu allen Zeiten war es den Gläubigen ein Anliegen, sich zum Brotbrechen und zum Gottesdienst zu versammeln. Damit dies ungestört vonstatten ging, traf man sich heimlich. Unbestritten ist natürlich, dass dies auch mit einer Portion Angst vor sich ging. Aber wer hat die nicht? Inmitten einer Großstadt in China verlief der Gottesdienst sehr leise, und der Lobgesang fand ohne Ton statt.

Natürlich kam es auch vor, dass sich Spitzel in die Reihen der Christen einschlichen und diese dann verrieten. Also wurden von Gott Spitzel zugelassen, und dann galt auch für diese Gemeinden: „Etliche wurden ins Gefängnis geworfen“ (Offb 2,10).
Aber nicht alle.
Und so gibt es viele Christen, die im Gefängnis und außerhalb ihren Dienst tun.
Dies war zu allen Zeiten so, und so soll es auch für uns Christen hier in Europa zukünftig gelten.


II. Innere Haltung und geistliches Wachstum


Wenn Muslime hier in Deutschland und insbesondere in arabischsprachigen Ländern sich entschließen, Christen zu werden, geht dies mit einem tiefgehenden Entschluss einher. Keine Lebensübergabe-Show, kein oberflächiges Übergabegebet! Die Entscheidung, Jesus Christus nachzufolgen, wird gut überlegt (Luk 14,27-33), und die Konsequenzen liegen deutlich vor Augen.

Ein Beispiel: Die 17-jährige Nurta Farah aus Somalia. Den Islam verlassen galt in ihrer ostafrikanischen Heimat als todeswürdiges Verbrechen. Ihre muslimischen Eltern versuchten, den neuen Glauben aus Nurta hinauszuprügeln. Nurta durchlebte eine schwere Leidenszeit, und letztendlich wurde sie von Unbekannten erschossen.

Natürlich gibt es auch in Europa echte und gut überlegte Bekehrungen, die einem etwas kosten. Aber unsere kleinen Repressalien und Nachteile – dieses alles hat nichts mit Leid und Verfolgung zu tun.

Diese Geschwister sind, wenn sie sich bekehren, schon innerlich darauf eingestellt, für Christus zu leiden und Schmach zu ertragen. Nur wir, die wir noch Freiheit, Wohlstand und Sicherheit genießen dürfen, wir müssen uns erst damit vertraut machen.

In der Zukunft wird sich hier in Europa jeder gläubige Christ klar entscheiden müssen, welchen Weg er geht. Betrachten wir die folgenden Punkte, und überprüfen wir unsere Herzenshaltung anhand der Heiligen Schrift!


1. Ich solidarisiere mich mit den Not leidenden Geschwistern in aller Welt und leide mit
Als wiedergeborener Christ bin ich in eine große Familie gestellt: Ich gehöre zum neuen Volk, zur Braut Christi, zu Seinem Leib.

In 1Kor 12,26 heißt es:

„Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.“


Ich kann nicht so tun, als würde das Leiden der Geschwister mich nichts angehen.

Im Jahr 2009 ging der Tod von zwei Bibelschülerinnen der Bibelschule Brake im Nordjemen durch die Medien, die im Einsatz für humanitäre Hilfe unterwegs gewesen waren. Sie wurden seitens der Kirche kritisiert, weil sie wohl missioniert hätten, anstatt nur humanitäre Hilfe zu leisten, und sich unnötig in Gefahr begeben hätten.

Von der weltlichen Kirche kann man nichts anderes erwarten als Unverständnis. Aber wenn ich zum Leib Christi gehöre, habe ich mich nicht gegen die Geschwister zu äußern, die getötet werden, weil sie dem Missionsbefehl Jesu nachkommen.

Aber was tue ich, wenn ich von Verfolgung und Unterdrückung lese und höre?
Bete ich regelmäßig von ganzem Herzen für meine Geschwister? Oder sind sie mir gleichgültig?
Oder kritisiere ich sie sogar?
Will ich behaupten, dass Christen Königskinder sind und deshalb nicht verfolgt würden, wenn sie richtig wandeln?

Richard Wurmbrand, der im Ostblock seines Glaubens wegen verfolgt worden war und jahrelang im Gefängnis gesessen hatte, wurde seitens westlicher Christen kritisiert. Man zweifelte an der Wahrheit und Zuverlässigkeit seiner Berichte.

In Rieneckers Bibellexikon lesen wir unter dem Stichwort „mitleiden“:

Im NT ist das Mit-Leiden in erster Linie Ausdruck der bis ins letzte gehenden Gemeinschaft mit Christus, die ein reales Anteilhaben an Seinem Leben bezeichnet, an Seinem Wege durch Leiden zur Herrlichkeit. Der Mit-Leidende hat die Verheißung der Mitherrlichkeit (Röm 8,17; 1Petr 4,13). Wer in der »Gemeinschaft Seiner Leiden« steht, hat aber auch auf Erden schon den vollen Trost der Gemeinschaft mit dem Auferstandenen (Phil 3,10) und Erhöhten (2Kor 1,5. 7). So ist dem Mit-Leidenden schon ein Abglanz dessen gegeben, was ihm in vollem Maße zuteil werden wird bei der Offenbarung der Herrlichkeit Christi.
Das Mit-Leiden mit Christus ist nicht ausschließlich Sache des einzelnen, sondern zum guten Teile gliedhaftes Mit-Leiden mit dem Leibe Christi (1Kor 12,26) und geschieht um des Evangeliums willen (2Tim 1,8; 2,3). Der Christ leidet mit bei der Verfolgung der Gemeinde (Hebr. 10,32-34), andererseits hat die Gemeinde teil am Leid der einzelnen (1Kor 12,26). Im Mit-Leiden kommt die Gemeinschaft der Jünger zur Vollendung. Hier erfüllen sie das Gesetz Christi (Gal. 6,2).


So sollte unser Herz ausgerichtet sein:

„So schäme dich nun nicht des Zeugnisses von unserem Herrn, auch nicht meinetwegen (Hervorhebung d. den Verf.), der ich Sein Gefangener bin; sondern leide mit [uns] für das Evangelium in der Kraft Gottes.“ 2Tim 1,8


2. Der Weg, Leid und Verfolgung zu vermeiden, ist auch ein Weg in den „Untergrund“, aber mit falscher Intention
Dabei gibt es zwei Varianten:
  1. Ich schließe mich zwar nicht der Ökumene oder einer der Welt angepassten und anerkannten Kirche oder Gemeinde an, aber ich bleibe als Christ absolut unauffällig. Diese Unauffälligkeit kann bis hin zur Anonymität gehen, wo ich mich nicht mehr als Christ zu erkennen gebe.
  2. Ich schließe mich der angepassten Kirche oder Gemeinde nur zum Schein an, damit ich keine Unbequemlichkeiten habe.

Diese Wege sind mit einer großen Problematik verbunden, wie folgende Bibelstellen belegen:

„...wer Mich aber verleugnet vor den Menschen, den werde auch Ich verleugnen vor meinem Vater im Himmel.“
Mt 10,33

„»Der Gerechte aber wird aus Glauben leben«; doch: »Wenn er feige zurückweicht, so wird Meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben«“.
Hebr 10,38

„Denn wer sich Meiner und Meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn Er kommen wird in der Herrlichkeit Seines Vaters mit den heiligen Engeln.“
Mk 8,38

„Die Feiglinge aber und die Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner - ihr Teil wird in dem See sein, der von Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.“
Offb 21,8

In den Untergrund gehen bedeutet also nicht ein Abtauchen in den Untergrund, um damit unser Wohlleben in westlicher Sattheit und Trägheit weiterführen zu können. Es sollte auch nicht unser Anliegen sein, Methoden zu finden, um irgendwie gut erhalten durchzukommen.
Wichtig ist, dass wir unser Herz mit der Hilfe des Heiligen Geistes beschneiden lassen und die richtige Einstellung und Festigkeit gewinnen.

Wer vorher eine sehr große Sympathie und Affinität, zum Beispiel zu Joyce Meyer (eine amerikanische Predigerin mit Hang zum Wohlstandsevangelium und einigen Irrlehren ) und dem Lebensmotto „Lasst uns das Leben genießen“ hatte, dem wird die Umstellung sehr schwer fallen.


3. Ich gehe den Weg, den der Herr für mich vorsieht, auch wenn es bedeutet, zu leiden
Wenn ich höre und lese, was Geschwistern an Leid und Brutalität angetan wird, dann stockt mir der Atem, und ich frage mich, ob ich das durchstehen würde.
Nurta wurde von ihren Eltern nicht nur geschlagen, sondern auch tagsüber an einen Baum gekettet. Nachts war sie in einem kleinen, dunklen Raum eingesperrt.
Permanent werden Christenmädchen in islamischen Bordellen vergewaltigt.
Oder denken wir an die mit Salz gefüllten Körper der christlichen Märtyrer im Irak.

Dem Täufer Michael Sattler wurde ein Stück der Zunge abgeschnitten und insgesamt 7 Fleischstücke mit einer glühenden Zange aus dem Körper gerissen. Zuletzt wurde er auf eine Leiter gebunden und ins Feuer geschoben.
Da kann ich nur flehen, dass ich, wenn ich in ähnliche Situationen komme, durchstehe, ohne den Herrn zu verleugnen.

Beachten wir weiter:


4. Leiden und Verfolgung sind uns von unserem Herrn auferlegt
Schon unser Herr sagte uns im Johannesevangelium Kapitel 15, Vers 20:

„Gedenkt an das Wort, das Ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie Mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie auf Mein Wort [argwöhnisch] Acht gehabt, so werden sie auch auf das eure [argwöhnisch] Acht haben“.

Das Wort für „Acht haben“ bedeutet im NT meist „bewahren / befolgen“, hier aber hat es mehr den Sinn von „beobachten“, „argwöhnisch auflauern“. (Vgl. den Kommentar in der Schlachter-Bibel!)

Wir werden verfolgt, weil wir zu Jesus Christus gehören. Die Welt und die abgefallene Kirche und Gemeinde wollen einen Jesus Christus haben, wie er ihnen gefällt. Durch die wahre Gemeinde (die zukünftige FBC-Gemeinde), auch „Leib Christi“ und auch „Braut“ genannt, wird ihnen die Wahrheit gepredigt, die sie nicht hören wollen.
Wir können es nicht verleugnen und ignorieren, dass die Welt eben nicht über Christen jubelt. Sie werden durch sie an Den erinnert, der sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch Mich!“ (Joh14, 6).
Wenn ich erzählen würde, dass ich zu den Zeugen Jehovas gehören würde, so würde ich belächelt werden. Aber wenn ich erzähle, dass ich Jesus Christus nachfolge, und dass Jesus Christus der einzige Weg des Heils ist, wird sich Widerstand erheben – möglicherweise mit harten Konsequenzen!


Bibelstellen des Trostes und der Zuversicht:

„Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel!“ Mt 5,10

„Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind!“ Mt 5,12

„...Sei getreu bis in den Tod, so werde Ich dir die Krone des Lebens geben!“ Offb 2,10

„Wir aber gehören nicht zu denen, die feige zurückweichen zum Verderben, sondern zu denen, die glauben zur Errettung der Seele.“ Hebr 10,39


Fazit
a. Bereiten Sie Ihr Herz vor!

Unser Herz darf nicht in den Untergrund gehen. Laodizea darf nicht in den Untergrund gehen in der Absicht, sich hindurchzuretten. Dies hat, wie die Bibelstellen oben belegen, schwere Konsequenzen.
Das heißt, wir sollen uns prüfen. Wir müssen prüfen, woran unser Herz hängt. Wenn wir nicht jetzt unsere Prioritäten setzen und unser Herz richtig auf die Zukunft einstellen, kann es geschehen, dass wir nicht stabil genug sind, den letzten Schritt zu gehen.
Im Bibellexikon von F. Rienecker finden wir unter dem Stichwort „Verfolgung“ folgende Warnung:
Die V. [Verfolgung] bringt mit sich die Versuchung zum Abfall (Mk 4,17) oder zum Ausweichen in die Gesetzlichkeit (Gal 6,12), d.h. in eine selbstgemachte Frömmigkeit, in der man nicht mehr um des Kreuzes Christi willen verfolgt wird.



b. Heißen Sie Probleme und Schwierigkeiten willkommen!

Folgendes Bild soll Ihnen verdeutlichen, wozu Probleme und Schwierigkeiten da sind.
Sie kennen gewiss die Bäume, die, zwischen drei Pfähle gebunden, gerade und schön gewachsen sind. Sie werden meistens zur Dekoration gebraucht, um eine Straßenallee zu erstellen. Sollten die drei Pfähle einmal weggenommen werden und ein großer Sturm zieht auf, werden diese Bäume umfallen, denn sie haben nicht gelernt, ihre Wurzeln tief ins Erdreich zu graben.
Dann gibt es noch solche Bäume, die mitten auf dem Feld wachsen. Von klein auf sind sie dem Wind und Wetter ausgesetzt. Sie wachsen nicht schön und grade, eher krumm und unansehnlich. Sie haben aber gelernt, ihre Wurzeln tief in das Erdreich zu graben. Wenn ein schwerer Sturm losbricht, bleiben sie stabil stehen.
Probleme und Schwierigkeiten werden wie Stürme von unserem Herrn zugelassen und sogar geschickt, damit wir damit umzugehen und Ihm zu vertrauen lernen. Durch geistliche Stürme lernen wir, unsere Wurzeln tief in das Fundament zu graben, welches ER Selbst ist.

Haben Sie keine Angst davor, Ihr Herz prüfen zu lassen! In Sprüche 17,3 steht:
„Der Schmelztiegel prüft das Silber und der Ofen das Gold, der HERR aber prüft die Herzen.“

c. Setzen Sie die richtigen Prioritäten!

Seit Anbeginn sind die Menschen auf der Suche nach dem verlorenen Paradies. Das macht sich unterschiedlich bemerkbar, sei es bei ihrer Suche nach einer Religion oder nach dem ihnen passenden Lebensstil. Christen wissen, dass die Erdenzeit vorübergehend ist und das wirkliche Paradies uns erst im Himmel erwartet, dessen Bürger wir geworden sind.
Viele Christen (und ich muss mit Erschrecken feststellen, dass auch ich dazugehöre) wollen einen Himmel schon hier auf Erden haben und dann auch in der Ewigkeit bei Gott.
Unser Herz kann einem Lebensstil anhängen, der uns im Glauben schwach macht und im Endeffekt bei Bedrängnis und Verfolgung die falschen Entscheidungen treffen lässt.




III. Verfolgung und Leiden im Gesamtbild der Erlösung

Leiden und Verfolgung sind uns von unserem Herrn auferlegt. Unserem Fleisch gefällt das nicht, und wir fragen uns, was für einen Sinn das haben sollte. Unser Herr kennt das Herz der Gläubigen. Nationen und Völker entstehen, existieren und verschwinden wieder. Herrscher kommen und gehen. Aber unser Herr wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.

In Jesaja 40,15 können wir lesen:

„Siehe, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer; wie ein Stäubchen in den Waagschalen sind sie geachtet; siehe, Er hebt die Inseln auf wie ein Staubkörnchen!“

Unser Gott hat Sein Volk zu allen Zeiten souverän nach Seinem Plan und Willen geführt. Wie also passen Leiden und Verfolgung in das Gesamtkonzept Gottes?


1. Kurzer geschichtlicher Überblick
Im Neuen Testament wurden die ersten Christen von frommen und gesetzestreuen Juden verfolgt. Die Verfolgung der Gemeinde war wie eine Fortsetzung von dem, was ihre Väter den Propheten angetan hatten.
Als Paulus noch Saulus hieß und noch nicht den Herrn erkannt hatte, war er ein Eiferer für Gott und dachte, er würde Ihm dienen, indem er die Christen verfolgte.
Auch vom römischen Staat wurden die ersten Christen verfolgt.
Jahrhunderte später waren es erneut die Religiösen (vor allem die Führenden in der Römisch-Katholischen Kirche), die die wahre Gemeinde Jesu, die „das Zeugnis Jesu“ sowie den „Geist der Weissagung“ (Offb 12,17; 19,10) hat, verfolgten.

1523 führte der Reformator Zwingli das Staatskirchensystem ein, verfolgte die Brüder und führte die Todesstrafe für diejenigen ein, die in Lehrfragen von ihm abwichen.

Derzeit erlebt die Gemeinde Jesu Verfolgung von Seiten des Staats und hauptsächlich durch Menschen fremder Religionen (Islam, Buddhismus, Hinduismus), weniger durch solche, die sich „christlich“ nennen.
Für die Zukunft aber – und damit haben wir eine Ergänzung zu den vorherigen Ausarbeitungen –, bekommen wir eine neue Konstellation: Verfolgung seitens des Tieres (d. h. des Antichristen, Offb 11,7; 13,7) sowie der Hure (Offb 17,6; 19,2), die die abgefallene Kirche darstellt.

Und es hat schon begonnen, wie die Beispiele auf Seite... (muss noch eingefügt werden).. gezeigt haben.




2. Was Verfolgung bewirkt
Es gibt dadurch bestimmt sehr viele bedeutende und wichtige Auswirkungen auf die Gemeinde Jesu und auch auf die einzelnen Gläubigen. Ich möchte versuchen, die Wichtigsten hervorzuheben.


a. Die Zahl der Gläubigen wächst

Was man schon im 1.Jahrhundert im Römischen Reich beobachten konnte, war, dass durch Verfolgung die Zahl der Gläubigen nicht ab-, sondern zunahm. Auf einen getöteten Christen kamen mehrere Neubekehrte. Wie schon erwähnt, war auch damals die Entscheidung, Jesus Christus nachzufolgen, keine voreilige. Diese ungewöhnliche Art der Erweckung kann man auch heute beobachten, zum Beispiel in China.


b. Die Echtheit des Glaubens wird geprüft, und die Gläubigen werden gefestigt

„Denn Gold fürchtet kein Feuer“, lautet der Titel eines Buches von Ralph Toliver. In diesem Buch geht es um das Schicksal einer chinesischen Familie während und nach der kommunistischen Revolution. Viele lange Jahre wurde diese chinesische Familie „gebeutelt“. Aber am Ende hatte der Herr alles gut gemacht, und Segen entstand daraus.

Im 1. Petrusbrief Kapitel 1, Verse 6 und 7 heißt es:

„Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.“

Durch einen geprüften und gefestigten Glauben reift der Christ und wird dadurch ein noch wertvolleres Werkzeug im Dienst Gottes.


c. Christen werden aus einem trügerischen Lebensstil herausgeholt

Eine große Versuchung für uns Christen ist der Wohlstand – und nicht die Armut. Es geht uns gut, und wir haben keine nennenswerten Probleme. Wir brauchen im Prinzip keine Prediger, die uns das Wohlstandsevangelium nahe bringen wollen. Wir im Westen streben vielfach schon selbst danach.

Wenn einmal die Verfolgung kommt, dann wird es uns sehr schwer fallen, all die materiellen Dinge hinter uns zu lassen. Besonders schwer werden es die Geschwister haben, die sich Häuser, teure Kleidung, mehr als ein Auto und vieles andere angeschafft haben. Daher darf uns der Materialismus nicht gefangen nehmen, wobei wir zwar äußerlich reich sind, aber innerlich geistlich arm.

Dies gilt auch für die Freizeitgestaltung. Fernsehen, ein leckeres Essen, ein alkoholisches Getränk in Maßen oder ein gemütlicher Grillabend sind an und für sich nichts Verkehrtes. Oder ein Ausflug mit der Familie, eine Reise oder eine sportliche Betätigung. Ich meine nicht, dass wir von heute auf morgen asketisch leben sollten. Nur dürfen wir unser Herz nicht daran ketten. Ich muss mir beständig die Frage stellen, ob mir solche Aktivitäten wichtiger werden als das Lesen im Wort Gottes und das Gebet.

Diejenigen, die ein liberales Leben führen wollen, werden von der plötzlichen Wiederkunft Jesu, wo alle echten Gläubigen von der Erde weggenommen werden, überrascht werden.

Durch die theologische Ausrichtung, dass wir hier und jetzt das sichtbare Reich Gottes bauen sollten, damit Jesus wiederkommen könne, werden viele Christen auf die Wiederkunft Jesu unvorbereitet sein. Entsprechend werden sie wie in den Tagen Noahs vollauf beschäftigt sein mit Trinken, Heiraten, Kaufen, Verkaufen, Pflanzen und Bauen, so dass sie die kommende Katastrophe nicht sehen oder nicht sehen wollen.

Wir aber sollten anders orientiert sein. Gewiss sind das alles natürliche Dinge, und es soll nicht das Heiraten und das Genießen von Speisen verboten werden (1Tim 4,3). Aber diese Tätigkeiten sollen nicht den ersten Platz in unserem Leben einnehmen, sondern sie sollen mit Danksagung verbunden werden.


d. Echte Christen sind ein warnendes Zeugnis für die abgefallene Kirche

Echte Prediger und Bibellehrer werden verleumdet, und falsche Prediger, Propheten und Lehrer werden in den Himmel hochgehoben.

Dies war zu allen Zeiten so. Es wird in der Endzeit einen treuen Überrest von Gläubigen geben, die dem Herrn Jesus Christus nachfolgen werden. Und dieser treue Überrest, der eine geistliche Kraft hat und treu das Wort des lebendigen Gottes bewahrt, wird wie ein Dorn im Fleisch der abgefallenen Kirche sein. Die Menschen, die in der abgefallenen Kirche verweilen, werden entweder durch das Zeugnis des treuen Überrestes herausgeholt, oder sie werden anfangen, diesen zu hassen.

Auch das können wir mittlerweile beobachten.


Fazit:

Es ist ermutigend, zu wissen, dass alles, was mit mir geschieht, in der Hand eines souveränen Schöpfers liegt, der einen Plan für mein Leben hat. Es ist nicht so, dass ich ein trostloses Schicksal erleiden müsse, das ohne Sinn und Ziel wäre.



IV. Der geistliche Unterschied

In den langen Jahrhunderten der Geschichte seit dem ersten Pfingsttag (Apg 2) gab es keine einzige Gemeinde, die je perfekt gewesen wäre. Ein Seelsorger sagte mir einmal: „Es menschelt überall.“

So wird es auch garantiert in der BFC-Gemeinde sein. Es wird immer Kontroversen und Meinungsverschiedenheiten geben. Die Frage ist nur, wie wir damit und miteinander umgehen!

In den Gemeinden, die ich bisher kennen gelernt habe, habe ich Vereinsmeierei, Machtmissbrauch, Lügen, Intrigen, Neid, Missgunst und viele andere Dinge erlebt, die nichts mehr mit einer lebendigen Gemeinde zu tun hatten. In einer BFC-Gemeinde sollte ein Unterschied erkennbar sein.


1. Was zählt, ist Jesus Christus – nicht Konfession oder Denomination.
In erster Linie soll eine BFC-Gemeinde Jesus Christus bezeugen. Es geht nicht um Konfessions- und Denominationszugehörigkeit. Die BFC-Gemeinde hat zunächst nicht „ein gemeinsames Ziel“, sondern eine gemeinsame Mitte: Jesus Christus. Sie gehört zum Leib Christi. Sie gehört nicht zur Ökumene, wo die Wahrheit der Einheit geopfert wird („Einheit auf Kosten der Wahrheit“).


2. Keine Parteiungen
In 1Kor 11,19 heißt es:

„...denn es müssen ja auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten offenbar werden unter euch!“

Zum Stichwort „Parteiungen“ kommentiert die Schlachter-Übersetzung:

„d.h. Sondergruppen, die sich an bestimmten falschen Lehren oder Führern orientieren (gr. hairesis; vgl. »Häresie«)“. Über das Stadium der Spaltungen sollte eine BFC-Gemeinde hinaus sein. Wo Spaltungen entstehen (Vers 18), wird dadurch die Spreu vom Weizen getrennt. Diejenigen, die zur Spreu gehören, werden es nicht lange in einer BFC-Gemeinde aushalten. Manchmal allerdings kann es so sein, dass die, die sich abspalten, diejenigen sind, die an Gottes Wort festhalten wollen. Dies sollte aber eher bei solchen der Fall sein, die sich von Kirchen und Gemeinden trennen, die zur Ökumene hin tendieren.
Dass eine BFC-Gemeinde frei von Menschen bleibt, die Spaltungen herbeiführen, dafür haben gute „Hirten“ zu sorgen.




V. Gefahren für eine Hausgemeinde


Gefahren für eine (Haus-)Gemeinde müssen nicht unbedingt von außerhalb kommen. Das Herz des Menschen ist böse und korrupt genug.

Auf folgende Gefahren sollten wir jederzeit achten:
  1. dass ichzentrierte Menschen die Kontrolle übernehmen wollen
  2. dass sich Arroganz und Elitedenken einschleichen wollen, und
  3. dass erneut ungute Vernetzungen entstehen könnten.

Diese Gefahren bestehen vor einer Verfolgung, aber auch wenn eine Verfolgung schon etabliert ist. Und natürlich gelten sie auch für eine FBC-Gemeinde.


1. Die Gefahr der Ich-Zentriertheit
Die Ich-Zentriertheit ist ganz tief in der Sünde verankert. Es handelt sich dabei auch um die Ursünde Satans, gepaart damit, die Herrschaft an sich zu reißen.
So heißt es in Jes 14,13+14 in Bezug auf Satan – auf das, was er sich in seinem Herzen vorgenommen hatte:

„Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden;
ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen!“


Zweimal „ich will“ und zweimal „mich“; damit war verbunden, die Kontrolle und die Regie aus der Hand Gottes zu übernehmen.
Auch in uns steckt mehr oder weniger die Ich-Zentriertheit, dass wir gerne herrschen und Gott die Regie aus der Hand nehmen wollen.

Spurgeon benutzte einmal das Beispiel, dass eine Taschenuhr, die verkehrt geht, nur denjenigen beeinträchtigt, der sie trägt. Wenn aber eine Turmuhr die Uhrzeit verkehrt anzeigt, dann beeinträchtigt dies sehr viele Menschen.

Es ist fatal, wenn Leiter, Lehrer und Hirten sich soweit in ihrer Ich-Zentriertheit erheben und in die Führungsposition hinaufarbeiten, dass sie die Regie übernehmen wollen und damit den Gläubigen schaden.

Das hat sehr oft damit zu tun, dass Leiter, Lehrer und Hirten von außen keinerlei Korrektur zulassen wollen. Und womöglich diejenigen mit Bibelworten abschmettern, die an ihrem Thron rütteln. Die Bibelworte, die sie dabei benutzen, reißen sie meist aus dem Zusammenhang und modellieren sie für sich um.

Wenn solch ein Verhalten nur innerhalb einer Bibelgemeinde bleiben würde, dann würden nur die Gläubigen vor Ort Schaden nehmen. Aber meist dringt es doch nach außen, und das ganze Christentum wird verlästert.


Wie bereits erwähnt, führte Zwingli 1523 das Staatskirchensystem ein, verfolgte die Brüder und führte die Todesstrafe für diejenigen ein, die in Lehrfragen von ihm abwichen.

Auch Calvin ging mit denen nicht zimperlich um, die einer anderen Meinung waren als er.

Ein weiteres extremes Beispiel dafür ist Jan Matthys (* um 1500; † 5. April 1534). Durch ihn hatte der Ruf der Täuferbewegung einen enormen Schaden erlitten. Er erlangte uneingeschränkte Aufsicht über den Stadtrat zu Münster, das er zum »neuen Jerusalem« erklärte. Es folgte die Zwangstaufe, die Einführung einer Gütergemeinschaft mit Kontrolle über die Verteilung der Lebensmittel und dass man als Mann mehrere Frauen heiraten durfte. Proteste wurden mit Gewalt niedergemacht. Matthys neigte zur Ekstase und zu angeblich von Gott gegebenen Visionen. Schließlich wurde Münster erobert, und alle Täufer, deren man habhaft wurde, wurden getötet oder hingerichtet.

Auch heute gibt es noch Kirchen, Gemeinden und christliche Sekten, die von einem Menschen geleitet werden, der keinerlei Widerrede duldet. Die Anhänger saugen alle Lehren auf und hinterfragen diese nicht mehr anhand des Wortes Gottes. Hinzu kommt, dass Begriffe neu definiert und Bibelstellen komplett aus dem Zusammenhang gerissen werden.
Ihre Erkenntnis wird zum Non-Plus-Ultra gemacht.

Dabei tritt auch das Phänomen auf, dass die verführten Anhänger vehement diesen Machtmenschen und falschen Hirten und Lehrer verteidigen und gleichzeitig denjenigen, der sie warnen will, bis aufs Äußerste attackieren.


Wie können wir dem entgegenwirken?

Paulus forderte Titus auf, in jeder Stadt Älteste einzusetzen (Tit 1,5). Es gab also in jeder Stadt eine Ortsgemeinde.

Und es fällt auf, dass Älteste immer in der Mehrzahl angesprochen werden und nicht in der Einzahl. Eine Gemeinde hatte also nie nur einen einzigen Ältesten. Halten wir uns heute an dieses Prinzip, so lässt sich auch dem entgegenwirken, dass eine Person sich an die Spitze setzt und die Kontrolle übernimmt.

Deswegen sollte eine Hausgemeinde, die jetzt oder später existiert, so schnell wie möglich eine Anzahl von Personen erreicht, damit nach biblischem Muster Älteste eingesetzt werden können. Dies ist leider nicht immer möglich.

Im Judentum ist es üblich – und wir können davon ausgehen, dass dies in den Synagogen der Fall war –, dass ein Gemeindegottesdienst die Anwesenheit von mindestens zehn im religiösen Sinne volljährigen männlichen Personen erfordert. Die Volljährigkeit tritt dort mit Vollendung des 13. Lebensjahres ein.

Ich denke, dass dies ein gutes Muster ist, woran wir messen können, ab welcher Personenanzahl man die Versammlung auch als Gemeinde bezeichnen kann.

Daraus sollten dann mindestens zwei Älteste ernannt werden (auf die Qualifikation von Ältesten soll jetzt hier nicht eingegangen werden):


Gottesfürchtige Lehrer und Leiter sollten regelmäßig beten
  • um Demut
  • um Menschen, die sie korrigieren, und
  • darum, korrekturfähig zu bleiben

Dann sollten folgende Bibelstellen zu Herzen genommen werden:

„Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.“ Phil 2,3

„Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener,…“ Mt 20,26

„Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.“ Mt 23,11

„Und Er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, so sei er von allen der Letzte und aller Diener!“ Mk 9,35

„Unter euch aber soll es nicht so sein, sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener,…“ Mk 10,43



2. Die Gefahren von Arroganz und Elitedenken
„Wir sind die Elite, die den Durchblick hat! Wir sind etwas ganz Besonderes! Die anderen sind die Blöden und Deppen, die verführt sind.“

Ich hab es bewusst überspitzt formuliert. Aber der Kernpunkt ist der:
Diese Art von Denken darf sich noch nicht einmal im Ansatz bei uns einnisten!

Wir und unzählige andere Geschwister
  • beobachten das Zeitgeschehen,
  • wollen den schmalen Weg gehen,
  • dürfen ein Stück hinter die Kulissen der Weltbühne blicken und
  • sind mit Lehrmaterial reich eingedeckt und gesegnet.

Aber können wir uns dessen rühmen? Absolut nicht.
Es ist nur die Gnade unseres Herrn, und keiner von uns hat es verdient, eine gewisse geistliche Reife zu entwickeln.
Dieses Wissen in Verbindung damit, dass wir eine sehr große Verantwortung haben, sollte uns zutiefst demütigen. Unsere christlichen Gemeinden und Gruppierungen sind oft durchwässert von Neid, Missgunst, Eifersucht, Hader, Zank, Lieblosigkeit, Unversöhnlichkeit, Überheblichkeit, Intrigen und von der Gier nach Geld und Macht.
Abgesehen davon, dass diese fleischlichen Eigenarten uns in unserem Auftrag, Licht und Salz zu sein, blockieren, werden sie uns zum Fallstrick werden.

Es fehlt uns oft an persönlichem Zerbruch. Die Bitte: „Erforsche mein Herz...“ wird oft zu oberflächlich und leichtfertig „abgebetet“. Uns käme das Grauen, würden wir erkennen, wie es in unseren Herzen aussieht!


Was heute auch leider gerne getan wird, ist, dass die Gläubigen kategorisiert werden.
  • Wenn du sagst, dass du dich als Erwachsener taufen lassen willst, bist du ein Baptist.
  • Wenn du sagst, dass du den Herrn lobpreisen willst und dabei nach 1Tim 2,8 die Hände erheben möchtest, wirst du in die charismatische Ecke gesteckt.
  • Wenn du damit rechnest, dass der Herr vor der großen Trübsal wiederkommt, dann bist du schon dem Antichristen verfallen.
  • Und in die Kategorie „Calvinismus“ wirst du gesteckt, wenn du zwar die doppelte Prädestinationslehre leugnest, aber sagst, dass die Bibel beides lehrt: das Ziehen Gottes und die Verantwortung des Menschen.

Eine FBC- oder Hausgemeinde sollte nicht der Kategorisierung unterworfen sein.

Bevor Petrus in seinem zweiten Brief die falschen Lehrer in der Endzeit und das kommende Gericht anspricht, schreibt er im ersten Kapitel in Vers 7 von der „philadelphia“, der liebevollen Gesinnung zu den Brüdern und Schwestern in Christus.



3. Unbiblische Vernetzung
Eine weitere unbiblische Vernetzung könnte dadurch entstehen, dass man zwar wie die Gemeinden zu Kolossä und Laodizea geschwisterlichen Kontakt untereinander zu pflegen beginnt, aber dann doch eine Art Allianz anstrebt.

Es gibt dann zwar kein Hauptbüro mehr, das die weitere Entwicklung bestimmt. Aber ein gemeinsames Treffen von Ältesten, die zu verschiedenen Gemeinden gehören und deren Zukunft sowie gemeinsame Strategien und Ziele besprechen, könnte sich zu der Art eines Hauptbüros entwickeln, auch wenn die Räumlichkeiten total anders sind. Die Leitungsebene wird dadurch aus der örtlichen Gemeinde in die Überörtlichkeit verlagert.

Oder es entwickelt sich eine Art Zentrale von Hauskirchen, die untereinander vernetzt sind.

William MacDonald sprach die Nachteile davon an, wenn es eine Zentrale gibt. Und es ist auch logisch. Satan braucht nur die Leiterschaft an der Spitze zu verführen, und die falschen Lehren breiten sich automatisch aus. Dies kann im Großen geschehen, aber auch im Kleinen.



VI. Das Beispiel einer bereits bestehenden Hausgemeinde

„Wir sind eine kleine Hausgemeinde hier in Österreich, in der Sonntag für Sonntag um 9 Uhr Versammlung ist, mit Brotbrechen und Gebet. Niemand von uns ist irgendwo registriert. Dadurch haben wir keine Freunde bei der Allianz und der Ökumene, aber es finden sich immer wieder neue Besucher, und manche bleiben auch lange, über die Jahre. Die Versammlung findet in unserer Mietwohnung (56 qm) statt. Personenzahl: 5 bis maximal 14. (Mehr als 20 Personen pro Hausgemeinde dürfen es auch nicht werden. China allerdings beweist, dass es problemlos bis zu 300 Personen pro Hausgemeinde sein können. In Korinth scheinen es auch viele gewesen zu sein. Und das waren eindeutig nicht-registrierte Hausgemeinden. Aber eine solche Größe birgt auch Gefahren in sich. Anm. des Verf.).
Wir dienen aber in einem Umkreis vom etwa 160 km mit Bibelstunden und Literatur. Wir tun alles uns vom Herrn Ermöglichte, um jenen Geschwistern (aus vielen verschiedenen Gemeinden) zu dienen, die an uns herantreten oder mit denen wir durch Gottes Gnade zusammentreffen.
So sitzen in unseren Bibelstunden auch Mennoniten, Freie-Brüdergemeinde-Mitglieder usw. Diese Art Gemeinde hat uns der Herr so gegeben, und der Dienst ist jetzt ein wunderschöner. Den anderen zu dienen, zu ihnen in die Häuser zu gehen – mit den Bibelstunden – und Literatur zu verteilen, ist wunderbar.
Wir wollen auch keine Menschen an uns ziehen, sondern suchen, dass sich kleine Gruppen vor Ort bilden, die wiederum so zusammenkommen. Wir dienen dann dort nach Möglichkeit weiter, aber wir lassen die andern autark im Gemeindeaufbau sein. Wir denken, das ist der einfachste Ansatz, wenn sich einst Verfolgung erheben sollte, dem schon begegnet zu sein.
Wir selber haben keinen Namen und betrachten uns nicht als „Mitglieder“ – als Glieder am Leib Christi aber sehr wohl. Wir glauben, dass die Bibel Gottes unfehlbares Wort ist, wir taufen nur Gläubige (diese sind anschließend auch nicht „Mitglieder“ bei uns); wir versuchen so christozentrisch wie möglich zu sein.
Wir arbeiten in dieser Weise mit den verschiedensten Predigern und Missionswerken zusammen. Wir haben auch gesehen, dass es immer nur zwei oder drei sind, die Jesus zusammenführt. Auch in einer großen Gemeinde hat man ja nur je einen Nachbarn links und einen rechts. Außerdem ist man doch immer eher zu zweit oder dritt recht herzlich verbunden. Aus solchen „Seilschaften“ entsteht und besteht dann die ganze Zusammenkunft.
Dass uns eines Tages die „Registrierten“ anschwärzen und verraten werden, ist zu erwarten, weil wir in unserer Form nicht greifbar, nicht fassbar sind.“




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