Gefährliche Fundamentalisten

Gefährliche Fundamentalisten
oder
Die verdeckt ausgesprochenen Anklagen gegen christliche Fundamentalisten


1) Einleitung

Es war vor längerer Zeit da stieß ich auf eine Aussage von Dr. Reinhard Hempelmann von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin der im Oktober 2005 den Fundamentalismus wie folgt beschrieb:

"Dem Fundamentalismus ist entgegenzuhalten: Er greift die religiöse Tradition nicht in ihrer Fülle auf, sondern auswählend und reduziert. Er verwechselt Gewissheit mit Sicherheit. Die Verlässlichkeit des göttlichen Wortes lässt sich nicht durch den Glauben an ihre wortwörtliche Inspiration sichern. Die Bibel wird missverstanden, wenn ihr Charakter als Glaubenszeugnis verleugnet wird. In ihr lässt sich kein Vorrat unfehlbarer Fakten finden: zur Welterschaffung, zum Endzeitablauf, zur Strategie, Krankheiten schnell und wirksam zu heilen. Fundamentalistische Strömungen verleugnen christliche Freiheit und sind von Angst bestimmt. Man kann sich bemühen, den Fundamentalismus als Antwortversuch auf die Vergewisserungssehnsucht des Menschen in komplexen, unübersichtlichen Lebenskontexten zu verstehen. Jedoch ist dieser Versuch erfolglos. Glaubensgewissheit ist ein unverdientes Geschenk und menschlicher Verfügung entzogen." (http://www.ekd.de/ezw/Lexikon_110.php)

Als Kernpunkt sei hier hervorzuheben dass die Bibel als inspiriertes Wort Gottes
aufgeweicht wird.
Dann las ich zwischendurch die Aussagen von Jürgen Werth und da er nicht so radikal in der Abgrenzung zur Bibel auftrat, dachte ich auch nicht, dass er so extrem wäre, bis ich die letzte Aussage über die "schmuddelige Fundamentalistenecke" las.

Bisher fand ich seine Aussagen recht schwammig und deplaziert, da sich bei uns
keine Christen finden würden, die wie fundamentalistische Muslime auf Nichtgläubige
gewalttätig losgehen. Erst nach einem Gespräch mit einem Verantwortlichen beim
ERF, beim lesen des Buches "Der Griff zur Macht" von Martin Erdmann, einem Zitat
von Dr. Christoph Morgner, einem Artikel vom Bibelbund und die Erinnerung an eine
Aussage von Werth, machte es bei mir klick.

Baldur Gscheidle fragt mit Recht in einem Kommentar vom 06.12.2011:

"Christliche Fundamentalisten sind doch keine Leute, die mit Bomben legenden Fanatikern in einem Atemzug genannt werden können. Diese so gescholtenen Fundamentalisten sind Christen welche den HERRN JESUS lieben, bedingungslos der Bibel, dem Wort Gottes vertrauen. Sie haben leider keinen Platz mehr in der DEA. Die Anläufe gegen diese Christen werden immer wieder neu von der DEA und auch Gnadau wiederholt. J. Werth, Dr. C. Morgner und auch Dr. M. Diener lassen keine Gelegenheit aus, sich von diesen „Schmuddelchristen zu distanzieren“. Es wäre eigentlich einmal an der Zeit offen zu legen, was man den bösen „Fundamentalisten“ konkret vorwirft." (Siehe auch Artikel hier: http://www.pro-medienmagazin.de/index.php?id=111&tx_ttnews[tt_news]=81971).

Ich denke, durch die Gnade Jesu Christi weiß ich es jetzt!

Zugegeben, erfahrene Brüder werden meine "Entdeckung" als alten Hut sehen, abwinken und sagen "Ja, das hätten wir Dir auch sagen können. Warum hast Du uns nicht gefragt?" Aber für mich persönlich, der ich kein geschulter Theologe bin, bedeutet dies eine Menge. Lassen Sie mich Ihnen zunächst weitere Zitate mit einigen Kommentaren darlegen und vielleicht entdecken Sie ebenfalls, wo und warum Christen zu Fundamentalisten werden, die nicht nur unbequem sind, sondern auch für gewisse Leute als gefährlich dargestellt werden können.
Fangen wir mit den Worten an die kürzlich von Jürgen Werth gesagt wurden und die
die er auch so meint wie sie ausgesprochen wurden, wie mir versichert wurde.


2) Fundamentalisten passen nicht in die evangelikale Landschaft

"Zusammen mit anderen habe ich mich bemüht, die Allianz aus der fundamentalistischen Schmuddelecke herauszuhalten – oder zu holen … Begegnungen bis in die jüngere Vergangenheit zeigen mir aber: An dieser Stelle haben wir nach wie vor ein massives Imageproblem. ,Die meisten Evangelikalen sind keine Fundamentalisten. Aber die meisten Fundamentalisten sagen, sie sind evangelikal', erklärt Annette Kick, Beauftragte für Weltanschauungsfragen der Württembergischen Landeskirche." (EiNS – Das Magazin der Evangelischen Allianz Deutschland, Nov.2011, S.20)
Er hat ein Problem damit, dass es Fundamentalisten gibt die sagen, sie seien
Evangelikal. Und ein wenig später kann man schon herauslesen wofür
Fundamentalisten nicht fähig sind:

"Klar ist: Wir sind Evangelikale – was für manche schon schlimm genug ist –, aber keine Fundamentalisten. Wir suchen das Gespräch mit Andersdenkenden und Andersglaubenden. Und wir sind fähig, dieses Gespräch zu führen: klar, freundlich, auf Augenhöhe, leidenschaftlich und vernünftig." (ebd.)

Ob er nun ein wirkliches missionarisches Gespräch meint oder den so genannten
Dialog, sei dahin gestellt. Aber die Botschaft mit der entsprechenden Überschrift
„Niemand kommt (mehr) an uns Evangelikalen vorbei“, ist aus dem gesamten Artikel
klar und deutlich: Wir wollen zu den ganz Großen dazu gehören und beachtet werden und wir können keine Querdenker gebrauchen.


3) Fundamentalisten und die ökumenische Annäherung

Außerdem gibt es ja noch den Dialog mit der katholischen Kirche und die Anbiederung an diese:

Hempelmann zufolge gibt es zahlreiche gemeinsame Anliegen zwischen Evangelikalen und
Papst Benedikt XVI., etwa bei den Themen Ehe und Familie, Homosexualität, Lebensschutz sowie in der Christuszentriertheit der Predigten. Allerdings ließen sich unter dem Stichwort „evangelikal" sehr unterschiedliche Positionen zusammenfassen, so dass es schwer falle, von „den" Evangelikalen zu sprechen. So sei die Ausbreitung des evangelikalen Christentums auch von Schattenseiten bei einzelnen Gruppen begleitet. Solche fundamentalistische Bewegungen gewönnen ihre Identität vor allem durch die Abgrenzung von anderen. Mitunter seien auch ein überzogenes Machtbewusstsein, antiintellektuelle Affekte, Schwarz-Weiß-Denken, unrealistischer Wunderglaube und ein problematisches Verständnis von Leitung anzutreffen. Evangelikal geprägte Christen sollten sich stärker gegenüber solchen fundamentalistischen Tendenzen abgrenzen. (http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/evangelikalismus-und-fundamentalismus-unterscheiden.html)

Hier fängt es an, dass Christen gegenseitig aufgehetzt werden, denn solch ein obiges angeführtes Verhalten gehört aber nicht zu den Fundamentalisten, sondern eher zu Sondergruppen. Denn solch ein Denken ist eben nicht bei Christus anzutreffen, der ja unser Fundament ist. Aber diejenigen, die beide Gruppen in einen Topf werfen, scheuen sich nicht davor, sich mit einer liberalen Kirche zusammen zu tun:

Vertreter von Landeskirchen, Freikirchen und Evangelischer Allianz (DEA) haben in einer Fernsehdiskussion des Hessischen Rundfunks am 7. Oktober Einigkeit in der Ablehnung eines „christlichen Fundamentalismus“ bekundet. […] (Idea (07.10.07, Einig gegen christliche Fundamentalisten, www.idea.de)


4) Fundamentalisten und Wunderzeichen

Auf eine weitere Aussage bin ich durch eine Predigt von Karl-Hermann Kauffmann
auf David Du Plessis gestoßen. 1951 bekam ein pfingstkirchlicher Pfarrer aus Südafrika, David Du Plessis - Generalsekretär der Assemblies of God, der beauftragt war, den Weltkongress pfingstkirchlicher Gemeinden zu organisieren -, Kontakte mit den Verantwortlichen des Ökumenischen Rates der Kirchen.

»Im Jahr 1954,« sagt er, »hat der Herr klar zu mir gesprochen und mir gesagt, ich solle vor der Leitung des Weltkirchenrates mein Zeugnis ablegen.«

Er wurde freundlich aufgenommen und eingeladen, an den internationalen Kongressen des
Ökumenischen Rates der Kirchen teilzunehmen. Nach und nach änderte sich die Haltung
der »großen Kirchen« den Pfingstgemeinden und ihrer Lehre gegenüber.

»Seit 1961«, sagt Du Plessis, »habe ich die Ergebnisse dieses Wandels gesehen, und ich kann bestätigen, dass die Erweckung von Pfingsten jetzt schnell in ihnen erstarkt. Und das Überraschendste daran ist, dass man diese Erweckung in den so genannten liberalen Gruppierungen findet, viel weniger bei den Evangelikalen und gar nicht bei den Fundamentalisten ... Ich habe diesen Tatbestand überall festgestellt, und ich glaube, dass er sogar auf die ganze Welt zutrifft.«  (http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/cb_geschichte.html)
K.H. Kauffmann zitierte noch ein andere ähnliche Aussage von Du Plessis:

"Wir erreichen mit unserer Charismatik alle Kreise bis auf eine Gruppe. Die
Fundamentalisten die das Wort Gottes Heilsgeschichtlich teilen."
(Die_Lehren_Der_Pfingst_Und_Charismatische_Bewegung_Teil_1)

Das ist wieder ein ganz anderer Seitenhieb. Wir gehen von einem richtigen Umgang
mit dem Wort Gottes aus, wenn mit der Bibel richtig ausgelegt wird. Ohne zu lange auf die charismatischen Phänomene einzugehen, hat es sich bewiesen, dass sie nicht das Wirken des Hl. Geistes sind.

Ich fand dann auch dies bezüglich folgende Info: Interessanterweise wurde Benjamin Creme, die Person die den Maitreya (oder den New-Age-Christus) präsentiert, kürzlich über den Toronto-Segen befragt:
Seine Antwort war, dass er den Toronto-Segen (Lachen im Geiste, Zungenreden,
Zuckungen) eine gute Sache fand. ‚Es ist’, laut Benjamin Crème, ‚Die Methode, die spirituelle Meister benutzen, um christliche Fundamentalisten weich zu machen, damit sie den New-Age Christus annehmen, wenn dieser erscheint.“ (Dr Nick Needham, The Toronto Blessing, http://orthodoxinfo.com/inquirers/toronto.aspx)

Und was wenn die Fundamentalisten sich nicht weich machen lassen?

An dieser Stelle können wir kurz wieder zu Jürgen Werth zurückgehen:

"Gut, dass inzwischen ein ordentlicher Teil der Pfingstler und Charismatiker zu uns gehört. Sie haben das Beten neu entdeckt und können uns helfen, es wieder in die Mitte unserer Bewegung zu rücken." (EiNS – Das Magazin der Evangelischen Allianz Deutschland, Nov.2011, S.21)

Und da wird gewiss nicht nur das Beten alleine in die Mitte gerückt werden. Der New
Age Christus ist der Antichrist der für die Christen vorgibt der wiederkommende
Christus zu sein. Für die Juden wird es das erste Erscheinen ihres Messias sein, für
die Hindus ist er der Avatar, die körperliche Manifestation eines Gottes. Maitreya wird
er bei den Buddhisten genannt und nach traditionell islamischer Glaubensauffassung
ist der Mahdi der von Gott gesandte Messias, der in der Endzeit das Unrecht auf der
Welt beseitigen wird.

Wer stört, sind die christlichen Fundamentalisten. Denn sie lassen sich von angeblich
geistgewirkten Kräften, Zeichen und flächendeckenden Wundern nicht beeindrucken.
Diese sind zwar für die Endzeit verheißen, aber als vom Satan gewirkt (daher auch
die Anklage das Fundamentalisten die Bibel heilsgeschichtlich teilen und zwischen
Volk Israel und Gemeinde unterscheiden).


5) Fundamentalisten und die anderen Religionen

Um der Sache weiter näher zu kommen, möchte ich aus Martin Erdmanns Buch zitieren:

Es gibt deshalb mehrere Faktoren, die auf ein Ziel hinauslaufen: nämlich die Notwendigkeit, dass die moderne Mission sich im positiven Sinne bemüht, vor allen Dingen die Religionen in ihrem Umfeld kennen zu lernen und zu verstehen, um dann die verwandten Elemente in ihnen wahrzunehmen und sich damit zu identifizieren.  Um diesen Punkt zu illustrieren, zitierte Re-Thinking Missions aus dem Brief eines Missionars, der mit heller Begeisterung folgendes zum Ausdruck brachte:
"Ein neues Denken kommt auf. Es erwächst aus dem Glauben, dass wir alle, Christen, Buddhisten, Schintoisten oder welche Religion wir benennen mögen, viel voneinander zu lernen haben und uns gegenseitig unterstützen können. Wir empfinden es auch als wichtig, dass wir, die spirituellen Leiter, wenn wir irgendetwas zur Verbesserung der Gesellschaft im Ganzen erreichen wollen, zuerst als Religionsanhänger zusammenkommen und uns auf der Basis gegenseitiger Sympathie kennen lernen."
Re-Thinking Missions legte unmissverständlich offen, warum die in diesem Brief geäußerte Offenherzigkeit gegenüber anderen Religionen nur von relativ wenigen befürwortet wird. Schuld daran sei vor allem der Fundamentalismus. Kritisch muss zum Bericht Re-Thinking Missions gesagt werden, dass die traditionelle
Missionsarbeit nie mit dem Bestreben, die »Welt zu erobern«, gleichgesetzt werden wollte. Auch schlägt der Bericht vor, die »störende« Exklusivität der traditionellen christlichen Lehre zu überwinden, weil es doch in allen Religionen ein gemeinsames Zentrum der Wahrheit gebe.
(Martin Erdmann "Der Griff zur Macht", Bethanien Verlag 33807 Oerlinghausen, S.61)
Ja aber widerspricht das nicht der Bibel, dass wir uns mit Religionen auf einen so
genannten Dialog einlassen? Eben genau. Unsere Aufgabe als Christen, (deren Fundament die Bibel ist), ist es dass die Menschen erkennen, dass sie weiterhin den Dämonen dienen wenn sie in der Philosophie ihrer Religion bleiben.


6) Fundamentalisten und die Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift

Schauen wir uns einmal die nächsten Zitate an wo IDEA mit dem Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Dr. Christoph Morgner, ein
Interview führte. Dort antwortete er auf die Frage, was er unter einem
fundamentalistischen Bibelverständnis versteht:

"Fundamentalismus ist eine Angstreaktion auf die Verunsicherung der Moderne. Für einen Fundamentalisten ist die Bibel das Fundament des Glaubens, in allen Aussagen völlig irrtumslos und unfehlbar."
Daraufhin fragte IDEA "Ist sie das denn nicht?" Morgner antwortet darauf: "Diese Begriffe werden der Bibel nicht gerecht. Sie liegt uns nicht im Original vor. Sie ist vielmehr aus zahlreichen hebräischen und griechischen Handschriften zusammengestellt worden, in denen manche Stellen kaum zu übersetzen sind, d. h. es ist nicht immer deutlich, was eigentlich gemeint ist. Von daher kann man nicht einfach behaupten, die Bibel sei in allem unfehlbar. Sie ist Gottes Wort, das jedoch von Menschen - geleitet durch den Heiligen Geist - geschrieben ist. Und wo Menschen etwas wiedergeben, schleichen sich auch mal
Unzulänglichkeiten ein. Entscheidend ist, dass uns die Bibel auf dem Weg des Heils führt."
IDEA fragt: "Und was ist nun der Unterschied zwischen einem Pietisten und einem
Fundamentalisten?" Morgner: "Der Pietist sagt: "Ich glaube an Jesus Christus, von dem in der Bibel Zeugnis abgelegt wird." Der Fundamentalist glaubt sowohl an Jesus Christus als auch an die Bibel." (http://www.fundamentalismusdebatte.de/evangelikale/)

Mehr ins Detail geht Thomas Jeising vom Bibelbund unter der Überschrift:
"Irrtumslos trotz Fehlern? Die Lehre von der Verbalinspiration und der Irrtumslosigkeit der
Heiligen Schrift trotz fehlender Urschriften und fehlerhafter Abschriften". (BuG 3/08 Zeitschrift des Bibelbundes, S.25-36)

Der Artikel beginnt damit, dass es in Paris ein so genanntes Urmeter und ein Urkilo
gibt. Diese fungieren als absolute Vorgaben für alle Maße und Gewichte. Wenn unsere Zollstöcke auf einen Meter hin eine minimale Abweichung zum Urmeter hin haben, dann können wir damit leben und arbeiten. Was würde passieren, wenn diese zerstört worden wären oder wenn es kein Urmeter und kein Urkilo mehr geben würde?

Thomas Jeising überträgt diese "Problematik" auf einen anderen Zusammenhang:

Es geht darum, ob die Rede von der Verbalinspiration der Heiligen Schrift und von der Irrtumslosigkeit der Urtexte sinnvoll ist, obwohl sämtliche Urtexte untergegangen sind und wir heute nur Abschriften dieser Urtexte besitzen, von denen wir auch noch wissen, dass sie vereinzelte Abschreibfehler enthalten. Es geht aber auch um die Frage, ob wir uns auf unsere Bibeln verlassen können und ob wir diese Bibeln aufschlagen können und mit Fug und Recht sagen dürfen: „So steht es geschrieben“ oder „Das sagt die Heilige Schrift“. Welche Konsequenzen die Antworten haben, kann man leicht ermessen. Darum darf man meines Erachtens den Fragen auch nicht ausweichen. (ebd.)

Nun ist es vielleicht gut, dass ich kein Super-Theologe bin, denn abgesehen davon
das es keine wirklich ernsthafte Lücken gibt, sage ich als Laie ganz trocken und
nüchtern:
"Wir haben einen großen Gott der auf sein Wort aufpassen kann. Mit dem weiteren
Text in dem Artikel von Thomas Jeising können sich die Spezialisten auseinandersetzen."


7) Wir legen offen was man den "bösen Fundamentalisten“ konkret
vorwirft


Haben Sie auch erkannt, welches Grundproblem sie mit uns Fundamentalisten
haben?
Wenn die Bibel unklar wäre und weit offen für zusätzliche Interpretationen biete,
sowie Dinge hinzu zu fügen, dann wäre das Tor für den Lichtengel weit offen. Dann
gäbe es keinerlei Basis mehr woran ich prüfen könnte ob das was mir gesagt wurde
vom lebendigen Gott kommt oder von einem trügerischen Geist, der sich als Heiliger
Geist ausgibt.

Ganz grob übersichtlich gesehen sind christliche Fundamentalisten
  • die die Bibel Heilsgeschichtlich teilen,
  • die von der absoluten Unfehlbaren- und Irrtumslosigkeit der Bibel ausgehen,
  • die Bibel nicht nach den Maßstäben von Welt, Kultur und Zeitgeist anpassen,
  • die zwischen Volk Israel und Gemeinde (z.B. bzgl. Geistesgaben)unterscheiden,
  • die, wie beim Dominionismus, keine Anerkennung beim Staat (und der EU)suchen, obwohl diese immer antichristlicher werden und
  • die nicht nur allein an Jesus Christus, von dem in der Bibel Zeugnis abgelegt wird, glauben. Sondern sowohl an Jesus Christus als auch an die Bibel, demWort Gottes.

Im Prinzip ist es weit komplexer und es können noch einige Abstufungen hinzu
kommen. Aber für diese Abhandlung sollen diese fünf Punkte genügen.

Auch ist mir klar dass die Zitate von Vereinzelten stammen. Aber es ist ein Mainstream zu erkennen und der Geist des Antichristen ist global und nicht nur örtlich aktiv. Dazu kommt noch, dass dieses Denken von diesen Leuten nur wie als die Spitze von einer Pyramide sichtbar ist, die Gesinnung vieler Leute widerspiegelt und sich auf die nächste Generation vermehrt auswirken wird.

Und im Endeffekt haben sie keine andere Wahl als die christlichen Fundamentalisten zu bekämpfen und zu verunglimpfen, weil sie ihre christliche Weltkultur so gestalten wollen wie es ihnen gefällt. Oder auch wie es dem Lichtengel gefällt. Verunglimpfung und polemische Verleumdung ist eine verschärfte Form wenn man Jemanden weg haben will. Und Fundamentalisten müssen weg.

Einen Fall haben wir jüngst Anno 2010 erlebt, wie das Internetportal Nikodemus.net
abgeschaltet wurde (http://www.zeltmacher-nachrichten.eu/content/warum-nikodemusnet-abgeschaltet-wurde-fundamentalismus) und schon damals fiel mir folgender Satz auf:

"Der Evangelischen Allianz (DEA) muss es um die christliche Gemeinschaft als ganzer gehen. Und sie muss sich erkennbar in Distanz zu den zunehmenden fundamentalistischen Strömungen profilieren." (EiNS - Zeitschrift der Ev. Allianz (Nov 2007, EiNS 4/2007, Wer wir sind - und was wir können, S. 28)

Und wenn die verbale Attacke nicht ausreicht, dann werden die Gegner der Fundamentalisten vielleicht noch zu ganz anderen Methoden greifen, um der
Fundamentalisten habhaft zu werden und um sie mundtot zu machen. Aber noch sind wir nicht soweit und wir können uns die polemischen Kritikpunkte in einer Tabelle näher anschauen werden und auch gleich die Gegenargumente liefern.


8) Die Tabelle der polemischen Anklagen


Anklage der Fundamentalistengegner
 
 Gegenstellung
Der Fundamentalismus greift die
religiöse Tradition nicht in ihrer Fülle auf,
sondern auswählend und reduziert.
Was an religiöser Tradition von der Bibel
her falsch ist, muss aussortiert werden.
 

Der Fundamentalismus verwechselt
Gewissheit mit Sicherheit.











 
Falsch. Man lese einmal Röm 8,37-39:

Aber in dem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Das gehört mit zur Sicherheit.
Die Verlässlichkeit des göttlichen Wortes
lässt sich nicht durch den Glauben an ihre wortwörtliche Inspiration sichern.
















 
Abram glaubte Gott« heißt demnach einmal: Er erkennt Gott als den absolut
Wahrhaftigen, Gerechten, Treuen,
Zuverlässigen, Gnädigen an. Vor aller
Erfahrbarkeit der Treue und Zuverlässigkeit
Gottes Ja zu sagen zu seinem Ruf, dem so
unverständlichen, unergründlichen, ja
mitunter sogar unvernünftigen Ruf in die
Nachfolge, sein Leben Gott anzuvertrauen,
es in die unsichtbaren Hände fremden
Wollens preiszugeben - das ist Glaube-
Glaube, der sich allein verlassen kann auf
das Wort Gottes: Ich will... machen. Ein G.
jedoch, der das Wesen Gottes auf dem
Glaubensweg zu schauen beginnt.
(Rienecker Bibellexikon zur Bibel, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, Stichwort: Glaube)

Und dann erlebt man auch die
wortwörtlich Inspiration.
 

In ihr (der Bibel) lässt sich kein Vorrat
unfehlbarer Fakten finden: zur Welterschaffung, zum Endzeitablauf, zur
Strategie, Krankheiten schnell und
wirksam zu heilen.
 
Eben doch, wie sich erfüllte Prophetien
und viele andere Dinge zeigen.

 
Fundamentalistische Strömungen
verleugnen christliche Freiheit und sind
von Angst bestimmt.
 

Durch die Bindung an Jesus Christus
sind wir frei und weil Er alles unter
Kontrolle hat, brauchen wir keine Angst
zu haben.
 

Wir suchen das Gespräch mit Andersdenkenden und Andersglaubenden.
Und wir sind fähig, dieses Gespräch zu führen: klar, freundlich, auf Augenhöhe, leidenschaftlich und vernünftig.
 
Wir auch. Aber damit sie aus der Gewalt
der Finsternis befreit werden und nicht
weil wir Gemeinsamkeiten suchen.

 

Offenherzigkeit gegenüber anderen
Religionen nur von relativ wenigen
wegen den Fundamentalisten
befürwortet.
 
Wenn ein Elia gegenüber dem Baalskult
und ein Paulus gegenüber dem griechischen
Götterkult nicht offenherzig waren, warum sollten wir es denn dann sein? 
Fundamentalismus ist eine Angstreaktion
auf die Verunsicherung der Moderne.


 

Eher weil unser lebendiger Gott zu allen
modernen Zeiten seine Leute durchgetragen hat, brauchen wir als
Fundamentalisten eben keine Ängste
haben.
 
Evangelikale setzen sich für die Einhaltung der Menschenrechte ein, vor allem der Gewissens- und Religionsfreiheit. 



 

Für Fundamentalisten ist dies auch kein
Thema, nur das die Motivation eine
andere ist. Für uns ist es wichtig das
jeder persönlich von Christus gerettet
wird und weniger eine christliche
Gesellschaft mit dem Dominionismus als
Grundlage. 
 

Während Fundamentalisten keine anderen Meinungen zuließen und andere Gruppen – etwa Kommunisten oder radikale Muslime – bekämpften, verstünden sich Evangelikale als 'Pro-Bewegung'. 
 
Andere Meinungen akzeptieren, ggf.
respektieren aber nicht adaptieren.
 

 
Solche fundamentalistische Bewegungen
gewönnen ihre Identität vor allem durch
die Abgrenzung von anderen. Mitunter
seien auch ein überzogenes
Machtbewusstsein, antiintellektuelle
Affekte, Schwarz-Weiß-Denken,
unrealistischer Wunderglaube und ein problematisches Verständnis von Leitung
anzutreffen.

Die Schrift sagt das guter und schlechter
Sauerteig nicht zusammen passen. Der unrealistische Wunderglaube ist bei denen anzutreffen die man mit ins Boot holen will. Und was Leitung und Machtbewusstsein betrifft, da sollte sich z.B. die DEA einmal an die eigene Nase fassen.
Für echte Christen gibt es auch kein
Schwarz-Weiß-Denken, sondern Richtig
oder Falsch anhand der Bibel geprüft. 
 

Die nachwachsende Generation der
Evangelikalen in den USA steht für einen
Glauben jenseits des Fundamentalismus
– findet die New Yorker Professorin Marcia Pally. In einem Artikel für die Tageszeitung "Die Welt" erklärt sie, warum die "Neuen Evangelikalen" den Einfluss der Christen auf die Politik von Grund auf verändern könnten.
Der Christ lebt gemeinsam mit anderen Gläubigen in einer Gemeinschaft, deren
Hauptziel es ist, Bedürftigen in ihrer
Nachbarschaft zu helfen. Wie Claiborne begreifen sich die neuen Evangelikalen als zivilgesellschaftliche Akteure, erklärt Pally: "Die neuen Evangelikalen sind keine
'Parallelgesellschaft', sondern engagieren sich aktiv für soziale und karitative Zwecke und betreiben eine einschüchternde Vielzahl sozialer Einrichtungen." Zwar seien sie
mehrheitlich gegen Homo-Ehe oder
Abtreibung. Anstatt aber etwa
Abtreibungsärzte zu schikanieren, böten
sie schwangeren Frauen finanzielle und
emotionale Unterstützung an. (http://www.zeltmacher-nachrichten.eu/content/evangelikale-lehren-anti-fundamentalismus)
 
Soziale Einrichtungen und Bedürftigen
helfen, sind keine Erfindung der
Moderne. Schon Fundamentalisten wie
Hudson Taylor oder Heinrich Müller
haben dies getan.
Auch wird hier wegen vereinzelten eine
ganze Bewegung von Gläubigen
verächtlich gemacht.


















 

Christliche Fundamentalisten kleben an den Buchstaben der Bibel und betreiben „Wortterror“.
 

So ist das eben wenn man nur das hören
will wonach einem die Ohren jucken.

 



9) Resümee:

Wie wir in Zukunft noch sehen werden, verursachen die führenden Vertreter, mit ihrer
Feindschaft gegenüber dem Fundamentalismus einen tiefen Graben, der die Evangelikalen in zwei Lager spalten wird. Im Moment stehen wir sog. "Fundamentalisten" in dem Ruf, man könne nicht mit uns reden. Dabei verweigern die führenden Persönlichkeiten die uns Fundamentalisten beschimpfen jegliche Diskussion.

Leider sieht es so aus, als wenn diese Fundamentalistendebatte zum festen Bestandteil der Endzeit gehört. Der Weizen muss sich gegenüber dem Unkraut hervorheben und die Braut gegenüber der Hure.

Ich möchte noch an die "Mit-Laien in Christus", die wie ich auch nicht studiert haben,
appellieren, keine Ehrfurcht vor Titeln und Ämtern zu haben, sondern sich bewusst
machen, dass Jeder von uns durch Gottes Gnade mit Hilfe des Hl. Geistes die
Wahrheit erkennen kann, wenn er Ihn lässt.

Dass Professorentitel nicht vor Dummheit schützen zeigt Folgendes:
Nach Auffassung des baptistischen Theologen Prof. Erich Geldbach (Marburg) ist es das zentrale Kennzeichen christlicher Fundamentalisten, die Bibel als irrtumslos und unfehlbar zu betrachten. Daraus folge etwa der Kreationismus, die Vorstellung, dass Gott die Erde in sechs Tagen geschaffen habe. Christliche Fundamentalisten klebten an den Buchstaben der Bibel und betrieben „Wortterror“. Viele seien dazu übergegangen, sich nicht mehr fundamentalistisch, sondern „bibeltreu“ zu nennen. (Idea (07.10.07, Einig gegen christliche Fundamentalisten, www.idea.de))

Und damit kommen wir am Ende zu folgenden Bibelstellen aus der Schlachter 2000,
komplett mit Anmerkungen:




2Petr 1,19 Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen1 prophetischen Worta2,
und ihr tut gut daran, darauf zu achten als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgensterne aufgeht in euren Herzen.
(1) od. an dem umso festeren. (2) d.h. dem durch Propheten bzw. göttliche
Weissagung (Prophetie) gegebenen Wort der Schrift; hier im weiteren Sinn die
ganze Heilige Schrift.
2Petr 1,20 Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, daß keine Weissagung der Schrift
von eigenmächtiger Deutung ist.1
(1) d.h. einer eigenmächtigen Deutung (der Propheten) entspringt; und auch:
eine eigenmächtige Deutung zuläßt.
2Petr 1,21 Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen
hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen
Menschen Gottes geredet.
 
2Petr 2,1 Warnung vor falschen Lehrern
Apg 20,29-30; Jud 1,3-4.16-19; 2Kor 11,3-15; Offb 2,14-15.20-23
Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch
falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderblicheb Sekten1 einführen,
indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderbend über sich selbst bringen.
(1) od. Parteiungen / Irrlehren (gr. hairesis). Das Wort bezeichnet sowohl die
falschen Lehren als auch die Gruppierungen, die sich um sie scharen.
2Petr 2,2 Und viele werden ihren verderblichen nachfolgen, und
ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden.

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