Prinzessin Lillifee

Eine Rezension zum Kinderheft "Prinzessin Lillifee. Magisches mit Lillifee und Rike"

Bei Bekannten unserer Familie entdecke ich das Kinderheft "Prinzessin Lillifee", das
deren 5-jährige Tochter gehört. Ich bin ja neugierig, öffne das Heft und entdecke wie
die Mächte der Finsternis eine weiter Möglichkeit gefunden haben, Kinder für die
Welt der Zauberei zu begeistern und Grundsteine für das spätere Alter zu legen.

Als vor Jahrzehnten noch der Zeichentrickfilm "Cinderella" lief, da war die Welt der
Magie noch in weiter Entfernung und gehörte in den Bereich der Fantasie und des
unnachahmbaren.

Aber die Zeit hat sich geändert und die Kinder werden dazu eingeladen selber
Experimente mit der unsichtbaren Welt zu machen, auch wenn es nicht eindeutig
ersichtlich ist.


In der Internetseite (in 8 Sprachen) heißt es:

Prinzessin Lillifee lädt ein in eine Welt voll Zauber, Fantasie und Wissen: Auf 36 rosa
Seiten erzählt sie märchenhafte Geschichten, verrät schöne Bastelideen und gibt
Rätsel auf. Außerdem entdecken kleine Feen-Freundinnen bezaubernde
Malvorlagen, Wissenswertes rund um die Natur und köstliche Rezepte!


Und Wikipedia schreibt über sie:

Prinzessin Lillifee ist eine kleine Blütenfee, die in einem Blütenschloss im
Zaubergarten des Zauberlandes Rosarien lebt. Wenn Lillifee nicht gerade zur
Zauberschule geht, dann hilft sie den Tieren, Pflanzen und allen anderen, die in
ihrem Feenreich leben. Abends zündet sie die Sterne am Nachthimmel an und
morgens küsst sie die Blumen wach.

Schon hier fällt auf, dass sich alles um Zauber dreht. Und das ist mit auch das
Auffällige wenn man das Heft öffnet, dass alles mit Zauberei zu tun hat. Für das
Baden reichen ein einfaches Badetuch und ein Badezusatz nicht aus. Nein es
braucht ein magisches Zaubertuch und "Tinti Zauberbad" für "Zauberei im
Badewasser".
Es reichen keine einfachen Malbilder, Vögel, Waldtiere und Wälder. Es braucht
zauberhafte Malbilder, einen Zauberwald, Zauberwesen, Zaubervögel und
zauberhafte Waldtiere.
Natürlich mit einer freundlichen "Hexe Alba", sowie Gnomen und Elfen.

Im Heft finden sich die Rubriken: Bastelzauber (Feenlaterne), Malzauber,
Rätselzauber (mit einem magischen Nussbaum) und Backzauber (mit Rezept zur
Herstellung von "süßen Orangengeistern" - Eis in leeren Orangen).

Dies ist nur die Vorstufe. denn Kinder sollen ja auch noch in die Praxis der Magie
eingeführt werden. Und dies geschieht auf so verharmlosende Weise, dass man es
nicht sofort wahrnimmt.

Die zwei folgenden Dinge werden nicht in jedem Heft vorkommen (als Musterbeispiel habe ich Heft Nr.11/2010 genommen ), aber sie kommen vor und es wird bestimmt auch nicht der erste und der letzte Ort sein, wo Kinder in das Okkulte eingeführt werden.


Das Sorgenpüppchen
Ein Höhepunkt bildet unter der Rubrik Bastelzauber, wo die Kinder sich in Form einer
Rike ein "Süßes Sorgenpüppchen" basteln können.
Als Anweisung wird gegeben: "Bevor du schlafen gehst, erzähle deinem Reh deine
Sorgen und am nächsten Morgen sind sie verflogen.

Unter der nachfolgenden Rubrik "Magisches" gibt es dazu noch die detaillierte
Anleitung:
"So vertreibt Rike deine Sorgen. Hast du das Rehpüppchen von Seite 30 nachgebastelt? Hier verrät dir die Blütenfee wie dir die kleine Rike bei Kummer hilft und all deine Sorgen einfach wegzaubert..."
 
  1. Erzähle vor dem Schlafengehen deinem Reh deine Sorgen.
  2. Lege das Reh unter dein Kopfkissen und schlaf schön ein.Am nächsten Morgen sind all deine Sorgen verschwunden.

Hier haben wir zwei Probleme:

1. Früher wurde mit den Kindern eine Gutenachtgebet gesprochen, in dem auch die
Kinder lernen konnten, "dem lieben Gott" ihre Probleme zu sagen. Aber als Abgott
wird ein toter gebastelter Gegenstand genommen. Und wenn Gott ausgeladen wird,
dann wird der Teufel eingeladen, auf seine Weise zu wirken.

2. Es wird eine magische Handlung vorgenommen, indem dadurch geholfen werden
soll, dass mit dem Gegenstand eine bestimmte Handlung vollzogen werden muss,
damit es auch wirklich funktioniert.


In Psalm 115,4 steht geschrieben:
Ihre Götzen sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht.

Man könnte auch frei schreiben:
"Ihre Ersatzgötter sind Papier und Stoff, von Menschenhänden gebastelt"

Das Götzen und Abgötter in Verbindung mit Dämonen stehen belegt 1Kor 10,20:

"Nein, sondern daß die Heiden das, was sie opfern, den Dämonen opfern und nicht
Gott! Ich will aber nicht, daß ihr in Gemeinschaft mit den Dämonen seid. "

Weitere Bibelstellen zum Thema Zauberei und Götzen:
3Mo 19,26, 2Kö 17,17, Jes 2,8; 42,8, 1Thes 1,9, 1Jo 5,21, Offb 9,20


Mandalas malen
Unter der Rubrik Malzauber findet sich ein "Funkelndes Mandala" zum ausmalen.
Selbst Elke und Martin Kamphuis warnen vor "christlichen Mandalas".

Wo ist das Problem bei Mandalas?
Ohne weiteren Kommentare möchte ich aus dem Buch "Buddhismus auf dem Weg
zur Macht?" von Martin und Elke Kamphuis zitieren:

Das Mandala ist aus tantrischer Sicht die spirituelle Sphäre, der Palast oder das
Gehäuse, worin sich die Gottheit befindet. S.72

Die Anziehungskraft der buddhistischen Religion mit ihrer Geister- und Dämonenwelt
zeigt sich in einem der attraktivsten und verbreitesten Elemente, nämlich im Mandala.
Es wirkt fröhlich und harmonisch und ist auf breiter Ebene in den Schulen als
beruhigende Malmethode eingeführt worden. Dass durch das Einbringen dieser
Elemente ein ganz anderes Denk- und Wertesystem vermittelt wird, ahnt fast
niemand...
Das Wort Mandala stammt aus dem altindischen Sprachbereich des Sanskrit.
Wörtlich bedeutet es »Kreis«, »Bereich« oder »Scheibe «. Im östlichen Kulturkreis ist
es »ein mystisches Diagramm, welches in konzentrierter Anordnung – meist aus
einer Verbindung zwischen Quadraten und Kreisen – den gesamten Kosmos, die
Götterwelt oder auch psychische Aspekte versinnbildlicht und als Meditationsbild
dient«. S.82

Im Tantrismus ist ein Mandala nicht nur »eine symbolische Darstellung«, sondern
vielmehr die »Daseinssphäre von Gottheiten « oder deren »Residenz«. S.83

Aus der Sicht des tibetisch-buddhistischen Tantrismus ist ein Mandala also nicht nur
ein Symbol, sondern die Realität oder die absolute Wahrheit schlechthin. Die
Abbildung eines Mandala wird als eine Öffnung oder eine Tür zu dieser spirituellen
Wahrheit betrachtet. S.85

Menschen, die sich das zur Schau gestellte Mandala (z.B. im Kulturmuseum Basel)
anschauen, sind wie gefesselt von dem Anblick dieses Kunstwerks. Sogar Kinder,
die an anderen Kunstwerken in einem Museum oft gelangweilt vorbeieilen, scheinen
von dem Werk fasziniert zu sein.
Der amerikanische Buddhist Barry Bryant beschreibt seine Wahrnehmungen
während der öffentlichen Ausstellung des Sandmandala in New York: »… diese
Kinder treten in einen Raum ein, und irgendetwas passiert mit ihnen. Sie werden
transformiert.«112 Auffallend ist, dass gerade Kinder, die für spirituelle Phänomene
viel offener sind, am stärksten auf ein Mandala reagieren. S.86

Ein Mandala steht aber immer im Zusammenhang mit der geistigen Dimension des
Religiösen, da es geradezu eine Brücke oder eine Tür zur unsichtbaren Welt sein
möchte. Darin liegt auch die angebotene Ruhe, Einheit und Harmonie, die durch ein
Mandala erfahren werden soll. Noch ist im Westen das magische Denken des
Tantrismus mehr oder weniger fremdartig. Seit der Zeit der Aufklärung, als die
menschliche Ratio zum Maßstab der Dinge erhoben wurde, legte der Westen Wert
auf eine strikte Trennung zwischen dem Religiösen und dem Profanen. Glauben hat,
gemäß der heutigen Vorstellung, kaum noch etwas mit dem »normalen Alltagsleben«
zu tun. Dieses für uns gewohnte (Trennungs-)Denken projizieren wir auf andere
Kulturen...
Dieses Trennungsdenken machte die Einführung der Mandalas in die spirituelle und
psychologische Praxis, in Kindergärten und Schulen leicht. Das Bedürfnis von
Lehrern und Erziehern ist, Kinder zur Ruhe zu bringen. Genau das bewirkt die Übung
des Mandalamalens. Die meisten Mandalas, die in Malbüchern angeboten werden,
sind keine Abbildungen existierender tantrischer Mandalas. Es sind Formen oder
harmlose Bilder von Pflanzen und Tieren, die in einem harmonischen Bild um ein
Zentrum geordnet wurden. Darum kann der Gedanke entstehen, dass es weder mit
östlicher Religion noch mit deren Motiven etwas zu tun habe. Äußerlich gesehen ist
dies richtig. S.87/88

Kinder werden angehalten, sich beim Malen auf den Mittelpunkt zu konzentrieren.
Wie bereits gesagt, ist der Mittelpunkt aus tantrischer Sicht immer der Sitz oder die
Tür zu einer unsichtbaren Macht. S.88

Da durch das Malen von Mandalas eine stärkere beruhigende Wirkung als beim
Malen anderer Bilder bei Kindern festgestellt wird, muss davon ausgegangen werden,
dass diese Ruhe in vielen Fällen nicht nur durch die Harmonie des Bildes oder die
Konzentration auf den Mittelpunkt zustande kommt, sondern eine Verbindung zur
unsichtbaren Welt Menschen in ihren Bann zieht. Kinder kommen also nicht nur zu
sich selbst, sondern häufig auch mit dem tatsächlichen Wirken einer transzendenten
Welt in Berührung. Darum ist zu bezweifeln, dass die zunächst auftretende Ruhe
Kinder und Erwachsene auf längere Zeit wirklich ruhig sein lässt. Wenn Personen
sich für die unsichtbare Welt öffnen und mit ihr in Kontakt kommen, machen sie zu
Beginn meistens positive Erfahrungen, nach dem Mott o »mit Speck fängt man
Mäuse«. Erst nach einiger Zeit können sich Albträume, Depressionen, Ängste und
sogar Selbstmordgedanken einstellen. Natürlich wird nicht jedes Kind, das ein
Mandala malt, gleich mit einer anderen Realität in Verbindung treten. Es hängt davon
ab, wie sensibel oder labil es ist. S.89

Das Mandala ist, wie bereits gesagt, als eine Tür zu der Gottheit oder zu dem
(höheren) Selbst, als ein Mittel zu höherer Erkenntnis über das Göttliche oder das
Selbst gedacht. Es ist kein Mittel für die Verbindung mit dem Schöpfergott , selbst
wenn christliche Motive verwendet würden...
Vor einer gewollten oder ungewollten religiösen Praxis, deren Ziel Vereinigung mit
der Gottheit oder mit dem (höheren) Selbst und nicht mit dem Schöpfergott ist, muss
aus christlicher Sicht ausdrücklich gewarnt werden. S.92

Mehr zu Mandalas können Interessierte ab Seite 81 des Buches "Buddhismus auf
dem Weg zur Macht?" von Martin und Elke Kamphuis gelesen werden.
Es kann beim CLV Verlag gekauft oder auch im PDF Format hier:
http://www.clv-server.de/pdf/255986.pdf
herunter geladen werden.


Abschluss

So manches mag noch harmlos erscheinen. Aber im Gegensatz zu Erwachsenen
können Kinder nicht unterscheiden und sind leicht beeinflussbar. Was sie in jungen
Jahren lernen, prägt sie wenn sie älter werden.
Eine Lawine kann mit einem kleinen Schneeball anfangen und ein Fluss beginnt als
kleiner Rinnsal aus dem Berggestein.

Zurück zur Übersicht der Eigenen Publikationen